Österreichs größte Medienhäuser 2015 – die STANDARD-Übersicht

15. Juli 2015, 17:42
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ORF wieder unter Milliarde Euro Umsatz – aber weit größer als Verlagsriesen Mediaprint und Styria zusammen – Update: Neu gereiht nach konsolidiertem Konzernumsatz

Wien – Steigende Umsätze sind eher rar unter den großen österreichischen Medienhäusern: Die Aboplattform Sky scheint 2014 in Österreich recht ordentlich zugelegt zu haben, ebenso die Privatsendergruppe ProSiebenSat.1Puls4, womöglich auch das Red Bull Media House, wenn es seine Entwicklung fortschreiben konnte.

ORF-Gebührenzuschuss

Dem ORF, dem weitaus größten Medienkonzern des Landes fehlen offenkundig die – bis 2013 – 30 Millionen Euro, mit denen die Republik ihm über die vergangenen Jahre einen Teil der Rundfunkgebührenbefreiungen abgegolten hat. Er verkleinerte sich auch selbst ein wenig: Ein Teil der Umsatzrückgänge sei auf eine "Umgliederung" zu sonstigen betrieblichen Erlösen zurückzuführen, hieß es auf Anfrage.

Größer als Mediaprint und Styria

2013 war der ORF mit seiner Milliarde Umsatz größer als die drei größten Verlagshäuser zusammen. 2014 gilt das weiterhin, auch wenn er für dieses Jahr 968 Millionen Umsatz ausweist. Nach konsolidierten Konzernumsätzen (und einer Schätzung) ist er sogar größer als die vier größten Verlage zusammen.


Konsolidierte Konzernumsätze

DER STANDARD sammelte für die Übersicht wieder Kennzahlen – Umsatz, EGT beziehungsweise Ergebnis vor Steuern, Zinsen, Abschreibungen – und Mitarbeiterstand. Aus unterschiedlichen Quellen und nicht immer ganz vergleichbar: Eigenangaben der Unternehmen, Firmenbuch und, wo beides nicht half oder nicht aktuell genug war: Schätzungen.

Um die Umsatzwerte vergleichbarer zu machen, versuchen wir nun nach Möglichkeit und Verfügbarkeit nach konsolidierten Konzernumsätzen zu reihen, wie sie im Firmenbuch ausgewiesen werden. Dennoch sind mangels Daten noch viele Werte nur – möglichst qualifizierte – Schätzungen.

Styria-Minus

Die Styria veröffentlichte Mitte Juli 2015 ihren konsolidierten Konzernumsatz für 2014 und erste Ergebnis-Kennzahlen: 327 Millionen Euro nach 339 Millionen im Jahr 2013.

Zum Gruppenumsatz von 401 Millionen Euro 2013, im Firmenbuch und im Vorjahresranking des STANDARD ausgewiesen, gebe es keinen aktuellen Vergleichswert mehr, hieß es auf Anfrage bei der Styria: Aufgrund technischer Umstellungen in den Bilanzierungsregeln (IFRS) (Wegfall der Quotenkonsolidierung) komme der Konzern heuer zu anderen Umsatzzahlen.

Der Marktumsatz, der Umsätze alle Styria-Beteiligungen nach ihrer Höhe einrechnet: 435 nach 442 Millionen Euro nach Konzernangaben.

Das Konzernergebnis vor Steuern 2014: minus 27,7 Millionen Euro (nach plus 10,6 laut Firmenbuch 2013). Der Konzern begründet das vor allem mit Abwertung von Konzernunternehmen, mit "trägem" operativem Kerngeschäft (EGT ohne Sondereffekte: neun Millionen Euro) in Österreich und Kroatien) und mit Restrukturierungskosten (in Slowenien etwa stellte man die Gratiszeitungen ein, die Wiener Magazingruppe wurde umgebaut, der "Wiener" etwa abgegeben).

Grobe Daten

Nach Rang drei folgt ein großer Respektabstand. Und die Vergleichbarkeit der Daten wird geringer. Hier werden die Schätzungen grober, manche Eigenangaben variieren weiter.

Die Moser Holding ist nun neu nach konsolidiertem Konzernumsatz laut Firmenbuch (103,8 Millionen Euro) in der Übersicht gereiht. Der Innsbrucker Konzern um die "Tiroler Tageszeitung" moniert, dass in dieser Darstellung die Beteiligungsumsätze von großen Aktivitäten nicht realistisch abgebildet würden – insbesondere der nationale Gratiswochenzeitungsring RMA, aber etwa auch die "Bundesländerinnen"-Gratismagazine.

Der Marktumsatz mit anteiligen Beteiligungsumsätzen, nach dem wir bisher die Moser Holding auf Platz vier eingenordet haben, ist in der Übersicht angeführt: 2014 waren das nach Angaben aus Innsbruck 181,1 Millionen Euro.

Mediaprint, Moser stabil

Stabil entwickelten sich die Einnahmen der Mediaprint im zuletzt verfügbaren Geschäftsjahr 2013/14, das Ergebnis hat sich in dem Jahr deutlich verbessert. Stabil auch die Umsätze der Moser Holding ("Tiroler Tageszeitung"), das Ergebnis vor Steuern, Abschreibungen und wohl vor allem Zinsen verbesserte sich wieder ein Stück.

Nicht nur die längste Sendergruppe des Landes

Das wohl beeindruckendste Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit stellt üblicherweise ProSiebenSat.1Puls4 in dieser Übersicht: Bei – geschätzt – rund 130 Millionen Umsatz nach gut 125 im Vorjahr erreicht die Vermarktungs- und Fernsehgruppe Ergebnisse deutlich über 20 Millionen Euro.

Negative Ergebnisse finden sich etwa bei der Verlagsgruppe News, beim Niederösterreichischen Pressehaus und in der STANDARD-Gruppe, die drei haben 2014 intern restrukturiert, oder auch bei ATV. Auch die Verlagsgesellschaft der "Salzburger Nachrichten" wies – 2013, die letztverfügbare Zahl laut Firmenbuch, – ein negatives Ergebnis aus.

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Infrastruktur, Außenwerbung, Vermarktung

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