Geschäftsmieten billiger, Baugrundstücke teurer

28. Juni 2015, 09:00
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Büromieten stiegen von 2013 auf 2014 im Schnitt um 2,3 Prozent. Die Durchschnittspreise für Betriebsbaugründe schwanken zwischen 30 und 500 Euro

Vor wenigen Tagen präsentierte der frischgebackene Fachverbandsobmann der Immobilientreuhänder in der WKÖ, Georg Edlauer, den neuesten WKÖ-Immobilienpreisspiegel für 2015. Wie berichtet, hatte Edlauer erst im Mai Thomas Malloth an der Spitze des Fachverbands abgelöst.

Edlauer berichtete von stagnierenden Mieten und Kaufpreisen, insbesondere in den Ballungsräumen, sowie von relativ stark steigenden Preisen bei Baugrundstücken für freistehende Einfamilienhäuser. Diese legten von 2013 auf 2014 demnach im bundesweiten Schnitt um 4,5 Prozent zu. Im Durchschnitt kostete im Vorjahr ein Quadratmeter Baugrund (bei freilich enormen Unterschieden je nach Standort) 251,20 Euro, nach 240,30 Euro im Jahr 2013. In Wien zog der Durchschnittspreis von 574 auf 592 Euro an.

Gewerbepreise stabil

Was den Markt für gewerbliche Immobilien betrifft, so sind die Preise für Büroflächen, Geschäftslokale und Betriebsgrundstücke "fast gleichgeblieben", sagte Edlauers Stellvertreter Reinhold Lexer, Bauträger in Wien und Klagenfurt. Abgesehen von Wiener Toplagen seien Betriebsbaugründe derzeit in Salzburg und Innsbruck mit jeweils um die 500 Euro je Quadratmeter am teuersten, während man in St. Pölten (30 Euro) und Klagenfurt (50 Euro) am billigsten kaufen könne. Im bundesweiten Schnitt berappte man im Vorjahr 122,50 Euro, was einem leichten Plus von 1,8 Prozent entsprach. Lexer wies aber darauf hin, dass billige Baugründe keine Garantie für Betriebsansiedlungen seien; "es braucht auch qualifizierte Arbeitskräfte".

Büromieten stiegen um 2,3 Prozent und lagen zuletzt bei 7,3 Euro netto. Die deutlichsten Anstiege gab es hier in Niederösterreich (+14,6 Prozent auf sieben Euro) und Wien (+4,8 Prozent auf 10,5 Euro). Gesunken sind die Büromieten in Vorarlberg (-1,5 Prozent) und im Bundesland Salzburg (-1,3 Prozent), wobei es in der Stadt Salzburg ein stärkeres Minus von gleich 6,3 Prozent gab.

Die Mieten für Geschäftslokale gingen im Vorjahr leicht zurück, nämlich im bundesweiten Schnitt um 0,4 Prozent auf 10,6 Euro je Quadratmeter. Stark gefordert seien Konzepte für leerstehende Geschäftslokale in den Seitengassen der Innenstädte, so Lexer. Diese können sehr oft wegen fehlender Passantenfrequenz nicht mehr vermietet werden.

Mehr Passanten in "Mahü"

Diesbezüglich positive Nachrichten für die Kaufleute der Mariahilfer Straße hatte aber Constanze Schaffner von CityTeam Stadt- und Standortentwicklung. Sie untersucht alljährlich im Oktober die Frequenzen in österreichischen Innenstädten. Nummer eins war zuletzt weiterhin der Wiener Stephansplatz mit 338.200 Passanten in einer Woche (Montag bis Samstag 8 bis 19 Uhr, Personen über 15 Jahre).

Relativ knapp dahinter ist aber schon die Mariahilfer Straße mit 311.000 Passanten und einem Plus von acht Prozent. Auf Platz drei folgt die Linzer Landstraße mit 230.000 Passanten, was einem Plus von sogar neun Prozent entsprach. Linz hat damit die Maria-Theresien-Straße in Innsbruck (224.600) überholt, die in den Jahren zuvor ihrerseits ein rasantes Wachstum hingelegt hatte. (Martin Putschögl, 28.6.2015)

  • Die Mieten für Büroflächen stiegen im bundesweiten Durchschnitt von 2013 auf  2014 um 2,3 Prozent.
    foto: putschögl

    Die Mieten für Büroflächen stiegen im bundesweiten Durchschnitt von 2013 auf 2014 um 2,3 Prozent.

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