Aufregung um Kettensägenmassaker: Wieso das neue "Doom" so brutal ist

26. Juni 2015, 10:24
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Hersteller: "Wenn du mit blutigen Games nichts anfangen kannst, ist es nichts für dich"

Die Anfang 2016 erscheinende Neuauflage von "Doom" ist schnell, spektakulär und wahnsinnig brutal. Also genau das, was man sich vom Urvater des Egoshooters und wohl bekanntestem Videospiel-Höllenritt erwarten würde. Und dennoch geht der Detailgrad dieses Massakers einigen Menschen zu weit. Nach der Präsentation des Spiels auf der vergangenen Branchenmesse E3 empörten sich so manche Beobachter in sozialen Medien und Artikeln über die Möglichkeit, Gegner mit einer Kettensäge zerteilen oder per Schrotflinte zerbersten lassen zu können.

In einem Interview nahm Herausgeber Bethesda Softworks nun erstmals Stellung zu dem Thema und fand dabei klare Worte für die Kritiker. Es gehe nicht um Provokation, sondern darum, dem über 20 Jahre alten Game treu zu bleiben.

Es ist "Doom"

"Wenn du mit brutalen, blutigen Games nichts anfangen kannst, ist 'Doom' vermutlich kein Spiel für dich", sagt Bethesdas Vizepräsident und Marketingchef Pete Hines in einem Interview mit Polygon. "Ich weiß nicht, was eine Kettensäge anrichtet. Kann man damit einen Dämon zerteilen? Kannst du sie beim Arm packen, in zwei Teile reißen und das Rückgrat hervorstehen sehen? Wie sich herausstellt, geht das, und das macht ('Doom') ziemlich cool und spaßig."

Laut Hines ginge es dabei um den Kontext. "Schau, es ist ein Spiel, das definitiv auf überzeichnete Gewalt setzt und dies in einer unterhaltsamen Weise versucht. Man tut dies Dämonen an. Würde man dies Menschen antun, in einem realistischen Setting, hätte das einen ganz anderen Beigeschmack."

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Das neue "Doom" ist nichts für Jugendliche.

Nicht für Jugendliche

Gleichzeitig stellt Hines klar, dass "Doom" explizit ein Spiel für Erwachsene ist. "Ich habe meinem Elfjährigen gesagt: Du kannst dir die Pressekonferenz anschauen, du kannst dir die Eröffnung ansehen, aber du kannst dir nicht das 'Doom'-Material ansehen. Und danach darfst du wieder einschalten und dir den Rest anschauen, weil selbst 'Fallout', außer Todd Howards schmutziges Mundwerk, in Ordnung ist", so Hines.

Dass das neue "Doom" zum Gegenstand einer öffentlichen Gewaltspieldebatte wird, dürfte unterdessen keinen langjährigen Videospielfan überraschen. Das Original von 1993 und auch dessen Nachfolger "Doom 2" gehörten zu den ersten Games, die in Deutschland indiziert wurden. Erst 17 Jahre später wurde dieser Beschluss wieder aufgehoben. Gebracht hat die Zensur in Anbetracht der Gewaltdarstellung in modernen Spielen und Filmen offensichtlich nichts. (zw, 26.6.2015)

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    foto: doom

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