Airbnb & Co: Mit "Sharing" leben lernen

29. Juni 2015, 07:20
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Studie: Mehrwertsteuer-Entgang von 9,16 Millionen Euro

"The Big Transformers. Sharing- und On-Demand-Economy auf dem Vormarsch" heißt eine Studie, die die Stadt Wien in Auftrag gegeben hatte. Auf 70 Seiten umreißt sie die Problemstellungen, die sich aus dem Phänomen der Kurzzeitvermietungen über Online-Wohnungsvermittler wie Airbnb, Wimdu, 9flats etc. ergeben. Die Stadt will für den Umgang mit ihnen nun eine Strategie erarbeiten. Das Problemfeld ist riesig, die drei großen Bereiche heißen Wohnrecht, Gewerberecht und Steuerrecht.

Was Letzteres betrifft, ist in erster Linie der Bund gefragt. Zu holen scheint es aber jedenfalls einiges zu geben: Einer Analyse des Tiroler Tourismusberaters Prodinger GFB zufolge entgehen dem Staat jährlich 9,16 Millionen Euro allein an Mehrwertsteuer (hochgerechnet für 2016, schon anhand des dann geltenden 13-%-Satzes), den Gemeinden und Tourismusverbänden nochmals 4,5 Millionen Euro an nichtbezahlten Orts- und Kurtaxen. Gerechnet ist dies mit den Nächtigungszahlen von 2014 und 2015, also "ohne angenommene Steigerungsraten", betont Prodinger-GFB-Geschäftsführer Thomas Reisenzahn im Gespräch mit dem Standard. Airbnb stelle vom Firmensitz Irland aus Rechnungen für Gastgeber, die stets nur auf die Servicegebühr für Gäste Mehrwertsteuern beinhalten würden, nicht aber für die Unterkünfte selbst.

Gutes Ende am Hohen Markt

Der Fall am Hohen Markt in Wien, von dem der Standard berichtete, scheint nun immerhin zumindest vorläufig zu einem guten Ende gekommen zu sein – auch wenn es länger gedauert hat. Die Sachlage war hier einigermaßen verzwickt, weil nicht der Eigentümer der Nachbarswohnung, sondern ein Mieter sie auf Airbnb als Ferienwohnung anbot. Eine Unterlassungsklage war erfolgreich, der Mietvertrag wurde bereits gekündigt. (mapu, 29.6.2015)

  • Airbnb-Gegner auf einer Demonstration in New York  im Jänner 2015.
    foto: reuters/shannon stapleton

    Airbnb-Gegner auf einer Demonstration in New York im Jänner 2015.

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