Südkorea verschärft Gesetze im Kampf gegen Mers-Virus

26. Juni 2015, 13:42
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Bereits 31 Todesfälle und 2.900 Menschen unter Quarantäne

Seoul – Angesichts des weiter grassierenden Mers-Virus verschärft Südkorea Gesetze und Quarantäne-Regeln. Das Parlament hat am Donnerstagabend ein neues Gesetz verabschiedet, das Patienten mit hohen Strafen droht, sollten sie die Unwahrheit über ihre Infektion sagen.

Falschaussagen gegenüber Behördenmitarbeitern können demnach fortan mit umgerechnet bis zu 16.000 Euro oder bis zu zwei Jahren Haft geahndet werden. Damit wird die bisher mögliche maximale Geldstrafe um das Zehnfache angehoben.

Außerdem schränkt das neue Gesetz die Bewegungsfreiheit von Infizierten ein und sieht die vorübergehende Schließung von kontaminierten Einrichtungen vor. Verstöße gegen derartige Maßnahmen können mit denselben Strafen geahndet werden wie bei Falschaussagen zur Infektion. Die Zahl der Mitarbeiter im staatlichen Gesundheitswesen, die im Kampf gegen Mers eingesetzt werden, wird zudem auf mehr als 60 verdoppelt. Mit den Maßnahmen reagiert die Regierung auf Kritik an ihrem bisherigen Umgang mit der Mers-Krise.

Zwei weitere Mers-Tote

Trotz großer Vorsichtsmaßnahmen gegen das lebensgefährliche Virus wurden am Freitag in Südkorea zwei weitere Mers-Tote gemeldet. Damit stieg die Zahl der Todesfälle in dem Land auf 31. Insgesamt wurden den Angaben des Gesundheitsministeriums zufolge 181 Infektionsfälle bestätigt. Gut 2.900 Menschen befanden sich am Freitag in Quarantäne.

Der erste Mers-Fall in Südkorea war am 20. Mai bekannt geworden, das Virus breitete sich seitdem rasch aus. Es ist der schlimmste Mers-Ausbruch außerhalb Saudi-Arabiens. Von dort schleppte ein 68-jähriger Reisender das Virus nach Südkorea ein.

Bei dem Mers-Virus handelt es sich um einen seit dem Jahr 2012 bekannten neuen Stamm aus der Gruppe der Coronaviren. Ein Impfstoff gegen Mers ist nicht bekannt. Die Erkrankung geht häufig mit grippeähnlichen Beschwerden wie Fieber, Husten und Kurzatmigkeit einher. Bei schweren Verläufen kann sich eine Lungenentzündung entwickeln, auch Nierenversagen ist möglich. (APA, 26.6.2015)

  • Südkoreanische Kriegsveteranen bei einem Treffen in Seoul.
    foto: ap/ahn young-joon

    Südkoreanische Kriegsveteranen bei einem Treffen in Seoul.

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