Ungarn: Regierung befürchtet 200.000 Abschiebungen

25. Juni 2015, 19:36
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Regierung bittet EU-Kommission und Europaparlament um Hilfe

Budapest – In Briefen an die Präsidenten der EU-Kommission und des EU-Parlaments hat der ungarische rechtskonservative Premier Viktor Orban in Sachen illegale Einwanderung Hilfe von Europa erbeten. Demnach sollten Einwanderer, die auf ihre Rückschiebung warten, in jenes Land abgeschoben werden, wo sie das Territorium der EU betreten hatten, berichtete Kanzleiminister Janos Lazar am Donnerstag.

Wie die Ungarische Nachrichtenagentur MTI weiter zitierte, wollten demnach andere EU-Staaten nach jüngsten Angaben 16.000 Nicht-EU-Bürger nach Ungarn zurückschieben, was "nur die erste Etappe ist". Lazar betonte weiter, dass Ungarn alle die illegale Migration betreffenden Rechtsregeln der Europäischen Union einhalte. Das Land sei jedoch nicht in der Lage, diese 16.000 Menschen aufzunehmen.

Laut Berechnungen des Innenministeriums könnten im kommenden Halbjahr aus den 16.000 "selbst 200.000 werden", erklärte Lazar. Er bekräftigte zudem erneut das Vorhaben der Regierung, an der ungarisch-serbischen Grenze einen 175 km langen Metallzaun zu errichten. Zuletzt hatte die Ankündigung Ungarns, keine aus anderen EU-Ländern zurückgeschobenen Migranten mehr aufnehmen zu wollen, international für Aufregung gesorgt. (APA, 25.6.2015)

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