Dacia: Zehn Jahre nach dem 5.000-Euro-Auto

1. Juli 2015, 16:01
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Mit dem 5.000-Euro-Auto des damaligen Renault-Chefs Louis Schweitzer hat alles angefangen. Inzwischen sind zehn Jahre vergangen, und die Billigmarke Dacia hat sich als phänomenaler Erfolg entpuppt

"Anfang 2006, auf der Vienna Autoshow, stellten wir den ersten Dacia der Öffentlichkeit vor", erinnert sich Dorit Haider, Pressesprecherin von Renault und Dacia in Österreich. "Gegenüber war der Stand von Ferrari, aber die Menschentrauben, die standen vor dem Dacia Logan."

2005, mit dem Verkaufsstart dieses Wagens in Europa, beginnt die neue Zeitrechnung von Dacia als Renault-Tochter. Die Menschen waren deshalb so auf das Auto gespannt, weil der damalige Vorstandsvorsitzende von Renault, Louis Schweitzer, bei der Ankündigung des Wagens in die Fußstapfen von Ferdinand Piëch trat. Piëch proklamierte medienwirksam das 3-Liter-Auto, das 1-Liter-Auto, den 1.000-PS-Boliden – Louis Schweitzer den Wagen, der nur 5.000 Euro kosten wird.

Der Günstigste der Klasse

Ganz ging die Rechnung für Österreich nicht auf. 7.960 Euro kostete die Limousine des Logan Anfang 2006. Das Versprechen, das günstigste Fahrzeug am Markt in der Klasse zu bauen, hielt Schweitzer aber – bis heute. Mit dem Erfolg, dass Dacia hierzulande noch im ersten Jahr 631 Fahrzeuge absetzte. Bis 2014 waren es rund 45.000 Einheiten. Weltweit setzte Dacia bis zum Ende 2014 insgesamt 6,6 Millionen Autos ab. Dabei trugen einige statt des Dacia- ein Renault-Logo. In Russland etwa werden die Dacias mit einem Rhombus verkauft.

Wer da einen Etikettenschwindel vermutet, liegt falsch. Denn die Geschichte von Renault und Dacia ist schon länger eine gemeinsame, als die nun gefeierten zehn Jahre vermuten lassen. Schon der erste Dacia, der 1967 vom Band im rumänischen Pitesti lief, der Dacia 1100, war ein Lizenzbau des Renault 8. Optimiert – oder besser: um Ausstattung reduziert, nach der Idee des damaligen Diktators Nicolae Ceausescu.

Heute ist Dacia dafür bekannt, besonders günstige Fahrzeuge anzubieten, die ihren Zweck erfüllen, solange dieser nicht übermäßige Sportlichkeit oder gehobener Luxus ist. Außer man ordert jetzt das Sondermodell Celebration. Dann gibt es zumindest ein Radio, eine Klimaanlage, Leichtmetallfelgen, feinere Sitzbezüge und einen Tempomaten – keine Selbstverständlichkeiten bei Dacia.

Sechs Modelle

Sechs Modelle bietet die Renault-Tochter aktuell an. Das erfolgreichste bei uns ist der Duster, dann folgen Sandero, Logan MCV, Dokker, Dokker Van und Lodgy.

Die Preise der blitzblauen Celebration-Modelle bleiben aber beachtlich niedrig. Der Sandero etwa startet als Celebration bei 9.390 Euro, der Duster beginnt bei 15.990 Euro als Fronttriebler und bei 17.990 Euro als Allrad.

Angetrieben wird dieser Duster dann vom neuen, 125 PS starken, 1,2 Liter großen Turbo-Benziner, der bereits die Abgasnorm Euro-6 erfüllt. Der Duster TCe 125 verfügt als erste Dacia über eine Stopp-Start-Automatik und hat als Fronttriebler einen Normverbrauch von 6,4 Liter auf 100 Kilometer.

Der Motor passt dem Duster übrigens hervorragend. Sowohl im Gelände als auch auf der Straße. Ein Eyecatcher, wie seinerzeit auf der Vienna Autoshow, ist ein Dacia aber heute nicht mehr. Außer vielleicht der aufgemascherlte Celebration-Duster, wenn er richtig mit Schlamm geschminkt ist. (Guido Gluschitsch, 1.7.2015)

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  • Der Duster Celebration zeigt, dass Dacia noch weiter hinaufwill.
    foto: dacia

    Der Duster Celebration zeigt, dass Dacia noch weiter hinaufwill.

  • Auch andere Modelle wie Sandero und Logan werden in dieser Jubiläumsedition  angeboten.
    foto: dacia

    Auch andere Modelle wie Sandero und Logan werden in dieser Jubiläumsedition angeboten.

  • Im Bild: das Werk in Pitesti, Rumänien.
    foto: dacia

    Im Bild: das Werk in Pitesti, Rumänien.

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