Jeep Renegade: Angepasster Outlaw

Ansichtssache26. Juni 2015, 14:13
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Renegade – der erste Jeep, der aus (Süd-)Italien kommt.

foto: stockinger

In den USA sind martialische Namen bei der Bezeichnung von Automodellen nichts Ungewöhnliches, es gibt dort Schlachtrösser, Herausforderer, Rächer und Vollstrecker auf der Straße, und oft sitzen dann ganz normale, manchmal sogar nette Menschen in diesen Autos, die gar nichts Böses wollen und sich sogar an das Geschwindigkeitslimit halten, das in den USA ja quasi Zeitlupe suggeriert. Auch der Jeep Renegade ist ein solcher: Der beißt nicht, der will ja nur spielen.

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"Renegade" steht für den Abtrünnigen, den Rebellen, den Outlaw, das ist einer, der sich an keine Regeln hält, seinen eigenen Weg geht – zur Not auch gegen Widerstand. Dabei ist dieser Jeep ein ganz ein Lieber, keiner, vor dem man sich fürchten muss, es sei denn, er hat eine Panne, bleibt irgendwo liegen und lässt sich nicht mehr öffnen, aber das mehr zum Ärgern als zum Fürchten.

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Besonders brav ist dieser Renegade in der kleinen, beschaulichen Dieselmotorisierung, wie wir sie auch aus dem Jeep Cherokee kennen und dort schon nicht sonderlich geschätzt haben. Die Kurzfassung: zu laut, zu ruckelig, zu wenig kräftig. Im kleineren und leichteren Renegade fällt das vielleicht ein Haucherl weniger auf, weil ihm das Harsche und das Unwirtliche, das der Geräuschentwicklung unwillkürlich, aber wohl unbeabsichtigt innewohnt, besser zu Gesicht steht als dem eleganteren Cherokee.

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Der Renegade ist im Äußeren ein witziger Zeitgenosse, mit angedeuteten Kanten, die dann aber doch Rundungen sind, mit einem Hauch von Jeep von früher eben, da riecht man noch das Gefährliche am Gelände, das irgendwann einmal in der Nähe gewesen sein muss. Von der Größe her ist dieser Jeep eher ein Winzling, jedenfalls nach amerikanischen Maßstäben, dort würde er auf die Ladefläche eines herkömmlichen Pickup passen.

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Tatsächlich kommt der Renegade aber eh aus Italien, er sitzt auf einer Fiat-Plattform, hat Fiat-Motoren und kaum noch amerikanischen Akzent. Er ist der Bruder des Fiat 500X. An den ursprünglichen Jeep erinnern am ehesten der aufgestellte Kühlergrill, die runden Lichter und die ausgestellten Radkästen. Ärmel und Hosenbeine sind jedenfalls hochgekrempelt, weil sich der Renegade auch das Blech schmutzig machen und sich ins Gelände wagen würde – Allradantrieb ist jedenfalls vorhanden. Unter den kompakten SUVs am Markt ist der Renegade sicher nicht der praktischste, aber jedenfalls einer der originelleren. (Michael Völker, 26.6.2015)

Zweite Meinung

Von wegen Kriechspur. Der Jeep Renegade macht schön Meter, wenn man ihn laufen lässt, auf der Autobahn. Im Gelände konnte das leider nicht überprüft werden. Über Nacht war die Batterie leer, wahrscheinlich Kriechstrom. Abgesehen davon macht das Auto bella figura, wie die Italiener sagen. Es ist ein Hinschauer, der insbesondere Frauenaugen auf sich zieht. Der Renegade ist weniger bockig, als man das von einem Jeep erwarten würde, gerade deshalb aber auch für Leute mit Rückenproblemen eine feine Sache. Leute mit solchen Problemen soll es ja immer mehr geben. (stro)

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Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Die Teilnahme an internationalen Fahrzeug- und Technikpräsentationen erfolgt großteils auf Basis von Einladungen seitens der Automobilimporteure oder Hersteller. Diese stellen auch die hier zur Besprechung kommenden Testfahrzeuge zur Verfügung.

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