"Der Alpenkönig und der Menschenfeind": Jungschauspieler auf Selbstfindungsfahrt

25. Juni 2015, 17:26
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Junge Theaterbühne ist mit Ferdinand Raimunds Stück in Niederösterreich unterwegs

Die jungen Theatermacher von gutgebruellt rollen mit ihrer fahrbaren Freiluftbühne durch Niederösterreich. Auf dem Spielplan steht Ferdinand Raimunds 1828 uraufgeführtes Stück über den Menschenfeind, den der Alpenkönig wieder mit der Welt versöhnt. Vergangenes Wochenende war Premiere in Wien.

Der fünfzehnjährige Nils Arztmann gibt den reichen Gutsbesitzer Rappelkopf. Der glaubt, von der Frau totgewünscht, von der Dienerschaft betrogen und vom Schwager um sein Geld gebracht zu werden. Verbittert zieht er in den Wald, um abseits der intriganten Zivilisation sein einsames Dasein zu fristen.

Alpenkönig Astragalus (Wolfgang Fessler, mit 17 der Älteste im Ensemble) muss so manches Zauberregister ziehen, um den argwöhnischen, von seiner Frau in Wahrheit aber geliebten Mann wieder an ihre Seite zu bringen. Ein Rollentausch, durch den Rappelkopf sich selbst von außen zu sehen bekommt, führt ihn schließlich zur Vernunft und zum verspäteten Familienglück.

Man sollte meinen, das Stück über die Selbstfindung eines älteren Herren (Regie: Maria Köstlinger) sei nichts für ein derart junges Ensemble. Doch: So kann man sich täuschen!

Melanie Hackl spielt – und singt – mit 14 Jahren die Rolle des Kammermädchens Lischen, als würde sie seit jeher Böden wischen, Vorgesetzte ausrichten und mit ihrem Aussehen kokettieren. Und Helene Linnert-Fullers (14) Darbietung des Bediensteten Habakuk ("Ich war zwei Jahr' in Paris, aber ein solcher Herr ist mir nicht vorgekommen") bringt noch das trägste Zwerchfell zum Hüpfen. (scf, 25.6.2015)

"Der Alpenkönig und der Menschenfeind". 26./27.6.: Retz; 3./4.7.: Baden; 11.7.: Reichenau/Rax.

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