EU-Gipfel strebt Verteilung von 60.000 Kriegsflüchtlingen an

25. Juni 2015, 16:55
17 Postings

Offen bleibt, wie die Aufteilung dieser Menschen nach Ländern erfolgt

Die Europäische Union will in den kommenden zwei Jahren insgesamt 60.000 Kriegsflüchtlinge den Umständen in den Mitgliedstaaten entsprechend "fairer" auf das ganze Unionsgebiet verteilen. 40.000 stammen aus den Bürgerkriegsgebieten Syrien und Eritrea und sitzen bereits in Italien und Griechenland fest. 20.000 weitere sollen mithilfe der UN aus Lagern in den Krisengebieten geholt werden. Das bestätigten die Staats- und Regierungschefs beim EU-Gipfel in Brüssel.

Offen bleibt, wie die Aufteilung dieser Menschen nach Ländern erfolgt. Den von der Kommission geplanten Schlüssel, der für jeden verpflichtend wäre, lehnen einzelne Staaten wie Ungarn oder Großbritannien vehement ab. Sie pochen auf Freiwilligkeit. Die Regierungschefs erwarten nun weitere Beratungen und Entschlüsse dazu auf Innenministerebene.

Der Gipfel bekräftigte das umfangreiche Maßnahmenpaket zur Migration, zu dem forcierte Rückschiebung von abgelehnten Asylwerbern oder bessere Nothilfe im Mittelmeer gehören. Ungarns Premier Viktor Orbán suchte um Unterstützung wegen des gestiegenen Zustroms an Flüchtlingen an, stand in der Kritik, weil er die (nationalen) Grenzen dichtmache und von Österreich rücküberstellte Flüchtlinge ablehne. (Thomas Mayer, 25.6.2015)

Share if you care.