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Wogenfels: Kärntner bauen aus Venedig-Holzpfeilern smarte Geldbörsen

26. Juni 2015, 14:01
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Österreichisches Startup will mit intelligenten Geldbörsen aus speziellen Hölzern durchstarten

Smartphone, Smartwatch, Smartlock: Unser Alltag wird zunehmend von intelligenten Geräten begleitet, die unser Leben vereinfachen und erleichtern sollen. Die drei Kärntner Dominik Pototschnig (20), Stephan Wölcher (20) und Daniel Leustik (21) wollen nun einen weiteren Alltagsbegleiter mit smarten Funktionen ausstatten – die Geldbörse. Unter dem Namen Wogenfels arbeiten die angehenden Jungunternehmer an Portemonnaies aus Holz, die mehr bieten als nur Platz für Bargeld und Plastikkarten.

Geldbörse aus Holz

Die doch etwas ungewöhnliche Idee, Geldbörsen aus Holz zu fertigen, kam den jungen Kärntnern, als eine Bankomatkarte in der Gesäßtasche einer Hose kaputt wurde. Sie dachten sich, dass es doch bessere Möglichkeiten geben muss, als Geldbörsen aus Leder herzustellen und überlegten, welche Materialien sich dafür eignen würden. Schnell kamen sie auf Holz und die Idee für Wogenfels war geboren. Einen ähnlichen Gedankengang dürften aber auch andere Jungunternehmer gehabt haben.

Nische entdeckt

Grundlegend neu ist die Idee, Geldbörsen aus Holz zu fertigen, nicht. Im Internet finden sich bereits verschiedene Anbieter, die Holz-Portemonnaies verkaufen. Dominik, Stephan und Daniel haben jedoch eine Nische entdeckt und wollen sich vor allem in zwei Bereichen von ihren zukünftigen Mitbewerbern absetzen: Qualität und Funktionen. Die HTL-Absolventen legen getreu ihrem Motto "designed to last" ("entworfen um zu überdauern") ein großes Augenmerk auf eine hohe Qualität und die Auswahl besonderer Hölzer.

Venedig-Holzpfeiler und Weinfässer

Das Material der Geldbörse soll bei Wogenfels nicht nur Mittel zum Zweck sein, sondern seine eigene Geschichte erzählen. Dazu hat das Team in den vergangenen Wochen und Monaten verschiedene Kontakte im Business geknüpft, wie sie uns im Gespräch erzählen. Sie möchten unter anderem einen ausrangierten Holzpfeiler der Lagunenstadt Venedig oder ein jahrzehntealtes Weinfass als Materialien verwenden und dadurch den Geldbörsen ein Stück weit Seele einhauchen. Um das Holz besonders widerstandsfähig zu machen, wird es einer speziellen Behandlung unterzogen.

Holzbearbeitung mit Vakuum

Das Team ist besonders stolz darauf, dass sie die Maschinen, mit denen das Holz bearbeitet wird, selbst gebaut haben. Die Kenntnisse dafür haben sie sich unter anderem durch die Ausbildung an der HTL-Mössingerstraße angeeignet. Die Maschine erzeugt ein Vakuum und saugt die Luft aus den Zwischenräumen des Holzes, anschließend wird durch einen Druckausgleich ein Harz in die Leerräume gepresst. Das Holz soll dadurch haltbarer, widerstandsfähiger und stabiler werden, zudem kann kein Wasser mehr eindringen.

Smarte Funktionen

Neben dem Material und der Verarbeitung sollen sich die Geldbörsen von Wogenfels auch durch ihre Funktionalität von der Konkurrenz absetzen. Das Team stellt dabei verschiedene Funktionen in Aussicht, die jedoch erst in den weiteren Modellen der Geldbörse eingebaut werden sollen. Die erste Serie kommt noch ohne smarte Funktionen aus. Als Beispiel nennt das Team etwa einen eingebauten NFC-Chip, der Visitenkarten-Daten speichern kann. Durch eine Berührung mit dem Handy sollen diese direkt übertragen werden.

NFC-Abschirmung

Eine weitere Funktion der Wogenfels-Geldbörse soll die Sicherheit von NFC-fähigen Bankomat- und Kreditkarten erhöhen. Die Holz-Geldbörse wird abgeschirmt, um den elektronischen Diebstahl der Kartendaten zu verhindern. An der Außenseite der Geldbörse soll außerdem ein Knopf angebracht werden, mit dem die Abschirmung durch gedrückt halten unterbrochen werden kann – etwa um an der NFC-Kasse bezahlen zu können, ohne die Bankomatkarte aus der Geldbörse herauszunehmen.

Weckt Interesse

Derzeit tüftelt das Team noch am Prototypen und will die Geldbörse dünner gestalten und die Fertigungsverfahren weiter optimieren. Aber auch in seiner jetzigen Form störte die Geldbörse bei einem kurzen Test in der Gesäßtasche kaum. Interessant war zu beobachten, welche Wirkung die Geldbörse bei Außenstehenden erzielt. Wir trafen uns mit dem Team in einem Café, die Prototyp-Geldbörse wurde direkt zu Beginn auf den Tisch gelegt. Es dauerte nicht lange und der Kellner informierte sich interessiert, worum es sich denn hier genau handle.

Vollzeit-Job

Solche Reaktionen beobachten die drei angehenden Jungunternehmer häufig. Direkt im Anschluss haben sie noch die E-Mail-Adresse des Kellners eingeholt, um ihn auf die Newsletter-Liste setzen zu können. Der Unternehmergeist ist also schon vorhanden. Bis sie mit dem Verkauf der Geldbörse, die ca. 189 Euro Euro kosten wird, beginnen können, werden noch ein paar Monate vergehen. Dominik und Stephan arbeiten derzeit Vollzeit an dem Projekt, Daniel neben seinem Informatik-Studium. Unterstützung erhalten sie vom Austria Wirtschaftsservice.

Unternehmensgründung im Oktober

Team Wogenfels nimmt am Startup-Förderprogramm aws First teil. Dominik, Stephan und Daniel bekommen dort das notwendige Wissen für die Unternehmensgründung vermittelt und erhalten ein monatliches Stipendium, über das sie sehr froh sind. Erst dadurch sei es ihnen möglich, überhaupt in diesem Umfang an Wogenfels zu arbeiten, erzählen sie uns. Im Oktober wollen die Drei schließlich ihr eigenes Unternehmen gründen – ein Ziel, dass sie bereits seit längerem vor Augen haben. (Martin Wendel, 6.2015)

Links:

http://www.wogenfels.com
https://www.facebook.com/wogenfels



Dieser Artikel
bietet einen Überblick zum aws First Programm, dessen Kick-off ins zweite Jahre gerade stattgefunden hat.

Weitere Details: www.awsg.at/first.


  • V.l.n.r.: Daniel Leustik, Stephan Wölcher und Dominik Pototschnig
    foto: aws

    V.l.n.r.: Daniel Leustik, Stephan Wölcher und Dominik Pototschnig

  • Ein Prototyp der Holz-Geldbörse von Wogenfels
    foto: aws

    Ein Prototyp der Holz-Geldbörse von Wogenfels

  • Logo
    foto: aws

    Logo

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