UNESCO-Chefin sieht globale "Strategie der kulturellen Säuberung"

25. Juni 2015, 15:25
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Situation in der vom IS eroberte Oasenstadt Palmyra Thema bei Jahrestagung in Bonn

Bonn/Palmyra – Die UNESCO-Generaldirektorin Irina Bokowa prangert eine globale "Strategie der kulturellen Säuberung" an. "Wir haben das in Afghanistan gesehen, in Mali und jetzt im Irak und in Syrien, wo Extremisten Menschen aus religiösen und kulturellen Gründen verfolgen und versuchen, alle Spuren der Geschichte in einer Region auszulöschen, die eine Wiege der menschlichen Zivilisation ist", sagte Bokowa.

Das Thema werde die UNESCO bei ihrer Jahrestagung vom 28. Juni bis zum 8. Juli in Bonn intensiv beschäftigen. Als "tragisch" beschrieb die bulgarische Politikerin die Situation in der vom IS eroberten Oasenstadt Palmyra aus der Antike. "Palmyra muss gerettet werden", sagte sie. Die UNESCO tue dabei, was in ihren Kräften stehe: "Wie Sie wissen, hat die UNESCO keine Armee – wir können nicht vor Ort intervenieren. Aber wir sichern die Konfliktzone so ab, dass möglichst keine Kulturschätze das Land illegal verlassen." Auch würden ständig Satellitenbilder von der Welterbe-Stätte ausgewertet.

Palmyra gilt als antike Perle in der syrischen Wüste. Vor Beginn des syrischen Bürgerkriegs 2011 besuchten jedes Jahr mehr als 150.000 Touristen die Wüstenstadt. Sie bewunderten die Statuen, mehr als tausend Säulen und die beeindruckende Nekropole mit mehr als 500 Gräbern. Der IS hat, nachdem er Mitte Mai Palmyra unter seine Kontrolle gebracht hat, die archäologischen Stätten nach Angaben von Aktivisten vermint. Zudem sollen die Jihadisten mehrere antike Statuen und Mausoleen bereits zerstört haben. (APA,

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