Einigung: Dominic Thiem gegen Niederlande dabei

25. Juni 2015, 13:48
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Österreichs Nummer eins spielt wieder Daviscup. Der Verband und Betreuer Günter Bresnik haben sich ausgesprochen

Wien/London – Da es im österreichischen Tennis nicht mehr ausschließlich um Machtspielchen gehen soll, trat der Verband (ÖTV) am Donnerstag mit der Kunde an die Öffentlichkeit, dass Dominic Thiem am Daviscup teilnimmt. Er tritt also vom 17. bis zum 19. Juli in Kitzbühel gegen die Niederlande an. Der Sieger erreicht das Playoff zur Weltgruppe. Captain Stefan Koubek ("Ich bin froh") nominierte zudem Andreas Haider-Maurer, Jürgen Melzer und Alexander Peya. Das ist die Optimalbesetzung.

Robert Groß, der relativ neue Präsident des ÖTV, sagte: "Wir haben große Ziele und das kann in einem kleinen Land wie Österreich nur funktionieren, wenn die besten Köpfe an einem Strang ziehen. Mir war bei meinem Amtsantritt sehr wichtig, dass sich wieder alle Entscheidungsträger in die Augen schauen können."

Günter Bresnik, er ist Betreuer von Thiem und nicht nur deshalb Kopf wie Entscheidungsträger, bestätigte dem Standard die Einigung. "Groß hat sich wirklich bemüht, es wurden Dinge an- und ausgesprochen. Es ist ja einiges schief gelaufen, und da geht es gar nicht nur um Thiem." Er, Bresnik, wolle dem Nachfolger von Ronald Leitgeb den Start nicht erschweren. "Sachen, die falsch gelaufen sind, sollen geändert werden. Er verdient eine faire Chance, kann nichts für Fehler, die vor Jahren begangen wurden."

Die Nachwuchsförderung müsse, so Bresnik, neu aufgestellt werden. "Es gibt kein Anrecht auf Hilfe. Aber wenn man als Verband fördert, darf man nicht in 25-Jährige investieren. Tenniskarrieren beginnen oder enden viel, viel früher. Man sollte ein Gespür dafür haben, wer es schaffen könnte, und wer nicht." Der 21-jährige Thiem wurde vom ÖTV nie unterstützt. Bresnik: "Nachzahlungen sind kein Thema."

Bresnik wird im Verband keine offizielle Funktion übernehmen, aber mit diesem zusammenarbeiten. Thiem, die Nummer 30, brennt auf seinen Einsatz in Kitzbühel. "Er will den Daviscup, das war nicht aufzuhalten." Ein langfristiger Vertrag wurde nicht abgeschlossen. Bresnik: "Es kann Situationen geben, in denen der Daviscup kontraproduktiv wäre. Tennis ist in erster Linie ein Einzelsport."

Geringe Erwartungen

Thiem weilt in London, am Montag beginnt in Wimbledon der Klassiker. Rasen ist freilich jener Belag, der dem Niederösterreicher so gar nicht liegt. Bresnik hat überhaupt keine Erwartungen, schon gar nicht vor der Auslosung. Sie findet am Freitag statt. "Gras ist für Dominic nicht maßgeschneidert, der Return zählt noch nicht zu seinen größten Stärken. Aber es wird besser." Der erste Turniersieg, passiert am 23. Mai in Nizza und auf Sand, habe den Menschen Thiem überhaupt nicht verändert. "Erfolge und Misserfolge haben auf seine Entwicklung keine Auswirkungen. Er wird in beiden Fällen besser", sagt Bresnik.

In Wimbledon ist Roger Federer nicht nur sentimentaler Favorit, wobei Novak Djokovic und Andy Murray mindestens ebenso große Chancen haben dürfte. Serena Williams strebt ein weiteres Solo an. Neben Haider-Maurer und Thiem gibt es noch einen dritten Beitrag aus Österreich. Tamira Paszek, auf Rang 242 abgestürzt, schaffte die Qualifikation. Gegen die Chinesin Wang Yafan wehrte sie einen Matchball ab und siegte 6:4, 6:7 (6), 7:5. Es ist bereits die achte Teilnahme der 24-jährigen Vorarlbergerin, 2011 und 2012 schaffte sie es jeweils bis in Viertelfinale. (hac, 26.6.2015)

  • Im Daviscup schlägt Thiem natürlich auf Sand auf.
    foto: epa/maja hitij

    Im Daviscup schlägt Thiem natürlich auf Sand auf.

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