18 Journalisten in Ägypten hinter Gittern

25. Juni 2015, 10:32
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Zahl inhaftierter Reporter so hoch wie seit mindestens 25 Jahren nicht mehr

Kairo/New York – In Ägypten sitzen nach Angaben einer Hilfsorganisation derzeit mindestens 18 Journalisten wegen ihrer Arbeit im Gefängnis. Die Zahl der inhaftierten Journalisten sei damit so hoch wie seit mindestens 25 Jahren nicht mehr, berichtete das Komitee zum Schutz von Journalisten (CPJ).

Die Gefahr einer Festnahme werde von den Behörden dazu genutzt, Medien unter Druck zu setzen und kritische Stimmen zu zensieren, heißt es in einem Bericht, den das CPJ am Donnerstag in New York veröffentlichte. Medien wie Al-Jazeera oder die türkische Nachrichtenagentur Anadolu seien an weiterer Berichterstattung gehindert worden oder hätten ihre Büros schließen müssen. Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi "nutze den Vorwand der nationalen Sicherheit, um Menschenrechte einzuschränken, darunter die Pressefreiheit", heißt es.

In Deutschland hatte die Festnahme des arabischen TV-Journalisten Ahmed Mansour wegen eines ägyptischen Haftbefehls am Samstag für Aufsehen gesorgt. Mansour, der für den Nachrichtensender Al-Jazeera arbeitet, war nach zwei Tagen wieder freigelassen worden. Die Berliner Generalstaatsanwaltschaft lehnte eine Auslieferung des Journalisten nach Ägypten ab. Begründet wurde dies nicht nur mit rechtlichen Einwänden, sondern auch mit der Sorge der Bundesregierung vor politischen und diplomatischen Folgen. (APA, 25.6.2015)

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