KMU: Auftragseingänge unter Krisenniveau

25. Juni 2015, 10:06
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Klein- und Mittelbetriebe in Österreich kommen trotz billigen Öls und billigen Geldes nicht vom Fleck

Wien – Öl ist billig, die Europäische Zentralbank druckt fröhlich weiterhin Geld und der Eurokurs ist für den Export so gut wie schon lange nicht mehr. Bei den mittelständischen Unternehmen in Österreich schlagen sich diese günstigen Rahmenbedingungen aber anscheinend nicht nieder.

Bei der KMU-Umfrage für das Frühjahr 2015 der Creditreform gaben gleich 40 Prozent der Unternehmen an, mit einem Umsatzminus zu kämpfen. Das Niveau der Auftragseingänge und -erwartungen sei gar unter das Krisenniveau von 2008/2009 gefallen. 37 Prozent der Befragten verzeichnen Auftragsrückgänge, das sind acht Prozent mehr als im Vorjahr. Und auch bei der Investitionsbereitschaft hat es schon mal rosiger ausgesehen: Lediglich 38,7 Prozent der Firmen wollen in Zukunft Investitionen tätigen. 2013 lag dieser Wert noch bei 48,5 Prozent und in den Jahren davor wollten mehr als die Hälfte der Unternehmen investieren.

Diese negativen Entwicklungen wirken sich schlussendlich auch auf die Arbeitsplätze aus. Bei der Umfrage gaben 14,4 Prozent der KMU an, Neuanstellungen vorzunehmen. 21,6 Prozent planen demnach einen Stellenabbau. Absolute Zahlen wurden nicht abgefragt. Auf Nachfrage wurde aber versichert, dass insgesamt mit einem Rückgang von Arbeitsplätzen zu rechnen sei. Von den verschiedenen Branchen gibt sich der Bau am pessimistischsten, die Industrie sieht zuversichtlicher in die Zukunft.

Geringe Investitionen von Unternehmen gekoppelt mit einer schwachen Nachfrage von Konsumenten trüben die Aussichten der heimischen Wirtschaft. Ein Rückgang der Firmeninsolvenzen um 13 Prozent bringen diese zwar auf ein historisches Tief. Aufgrund sinkender Umsatz- und Auftragszahlen geht die Creditform aber davon aus, dass "alsbald mit einer Insolvenzwelle zu rechnen ist". (ama, 25.6.2015)

  • Regenwolken über der Baustelle. Gerade die Bauwirtschaft blickt pessimistisch in die Zukunft.
    foto: apa/herbert p. oczeret

    Regenwolken über der Baustelle. Gerade die Bauwirtschaft blickt pessimistisch in die Zukunft.

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