Kein Durchbruch bei Griechenland-Verhandlungen in der Nacht

25. Juni 2015, 05:51
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Die Hängepartie geht weiter: Eine Einigung zwischen der griechischen Regierung und den Geldgebern steht nach wie vor aus. Am Donnerstag wird weiterverhandelt

Athen – Die Verhandlungen in Brüssel zwischen dem griechischen Regierungschef Alexis Tsipras und den Chefs der Gläubigerinstitutionen über einen Kompromiss im Schuldenstreit sind in der Nacht ohne einen Durchbruch beendet und auf Donnerstagfrüh vertagt worden. Über Ergebnisse wurde offiziell nichts bekannt.

Aus griechischen Regierungskreisen hieß es allerdings, die Regierung in Athen stehe zu ihrer Position. Nach Angaben aus Verhandlungskreisen sollen die Gespräche auf Spitzenebene um 9 Uhr fortgesetzt werden. Tsipras hatte bereits den ganzen Mittwoch und nach einer kurzen Unterbrechung erneut seit dem späten Abend mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem, IWF-Chefin Christine Lagarde, EZB-Präsident Mario Draghi und dem Chef des Euro-Rettungsschirms ESM, Klaus Regling, über einen Kompromiss verhandelt.

Gipfel belastet

Die Auseinandersetzung, bei der es letztlich um die Verbleib Griechenlands in der Eurozone geht, dürfte laut Diplomaten auch den Gipfel der EU-Staats- und Regierungschefs belasten. Das Treffen beginnt um 16 Uhr. Auf der offiziellen Tagesordnung steht die Schuldenkrise Griechenlands bisher nicht.

Wichtige Themen des zweitägigen Spitzentreffens sind die europäische Flüchtlingspolitik und die Reformforderungen des britischen Premiers David Cameron an die EU. Dieser will seine Landsleute bis 2017 über den Verbleib in der EU abstimmen lassen.

Offene Fragen

Eine Einigung drängt, weil das Hilfsprogramm der Gläubiger für das finanziell angeschlagene Land am 30. Juni endet und damit der Anspruch auf weitere Überweisungen von bis zu 18 Milliarden Euro. Kommt keine Einigung zustande, droht Griechenland die Pleite.

Ursprünglich hatten die am Mittwoch nach Brüssel gereisten Euro-Finanzminister über eine Vereinbarung mit Griechenland beraten wollen, die dann beim EU-Gipfel am Donnerstag den Staats- und Regierungschefs vorgelegt werden sollte.

Nach Darstellung eines Vertreters der griechischen Regierung legten die Gläubiger Vorschläge vor, die griechische Pensionisten und Lohn-Bezieher auf unfaire Weise belasteten. Auch die Themen Steuer- und Pensionsreform waren EU-Vertretern zufolge ungeklärt. (APA/red, 25.6.2015)

  • Griechenlands Finanzminister Yanis Varoufakis (zweiter von links) am Mittwoch bei den Verhandlungen der Eurogruppe in Brüssel. Am Donnerstag sollen die Euro-Finanzminister am frühen Nachmittag erneut zusammentreffen. Eine Einigung steht bisher aus.
    foto: ap

    Griechenlands Finanzminister Yanis Varoufakis (zweiter von links) am Mittwoch bei den Verhandlungen der Eurogruppe in Brüssel. Am Donnerstag sollen die Euro-Finanzminister am frühen Nachmittag erneut zusammentreffen. Eine Einigung steht bisher aus.

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