Fünf Jahre Haft für Berlusconi beantragt

24. Juni 2015, 18:30
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Ex-Premier soll Senator bestochen haben – Urteil am 8. Juli

Rom – In Neapel ist ein Prozess gegen Italiens Ex-Premier Silvio Berlusconi in die Endphase getreten. Die Staatsanwaltschaft hat fünf Jahre Haft für Berlusconi gefordert. Er wird der Bestechung des Ex-Senators und Mitte-Links-Politikers Sergio De Gregorio im Jahr 2006 beschuldigt.

Bei dem seit Februar 2014 laufenden Prozess ist Berlusconi angeklagt, 2006 als Oppositionsführer einen Senator aus dem Mitte-Links-Lager mit Geld dazu bewogen zu haben, sich seiner konservativen Partei Forza Italia anzuschließen und damit den Sturz der Regierung des damaligen Ministerpräsidenten Romano Prodi zu erleichtern. Die Staatsanwaltschaft wirft Berlusconi vor, De Gregorio drei Millionen Euro für seinen Seitenwechsel in sein damals oppositionelle Lager angeboten zu haben, davon zwei Millionen Euro in bar.

Obsession

Berlusconi sei von der Obsession getrieben worden, seinen Rivalen Prodi zu stürzen, betonten die Staatsanwälte in ihrem Plädoyer am Mittwoch. Aus den darauffolgenden Wahlen ging der Medienunternehmer klar als Sieger hervor. Berlusconi beteuerte seine Unschuld. Mit einem Urteil ist am 8. Juli zu rechnen.

Das oberste Gericht in Italien hatte am 11. März das zweitinstanzliche Urteil eines Mailänder Berufungsgerichts bestätigt, mit dem Berlusconi vom Vorwurf des Amtsmissbrauchs und des Sex mit einer minderjährigen Nachtclubtänzerin freigesprochen worden war. In erster Instanz war Berlusconi zu sieben Jahren Haft und einem lebenslangen Verbot, öffentliche Ämter zu bekleiden, verurteilt worden. (APA, 24.6.2015)

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