Hypo-Kosten: The only way is up

Kommentar24. Juni 2015, 17:54
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Es mehren sich die Zweifel, dass Österreich mit der Gläubigerbeteiligung durchkommt

Überraschungen ist man bei der Hypo Alpe Adria und ihrer Abbaugesellschaft ja schon länger gewohnt. Die rasche Abfolge an Horrormeldungen versetzt aber sogar hartgesottene Beobachter in Schockstarre. Erst die Niederlage im Gerichtsverfahren gegen die BayernLB im Mai, dann das kräftig über den Erwartungen gelegene Finanzloch der Heta von sieben Milliarden Euro vor einer Woche und nun die Kapitalspritze für die frühere Italien-Tochter. Hans Jörg Schelling läuft Gefahr, dass ihm die Zügel entgleiten. Er wäre der vierte Finanzminister seit der Verstaatlichung, der der Lage nicht Herr wird.

Keine Frage: Für die Altlasten trägt Schelling keine Verantwortung. Doch schon der Verkauf des Südosteuropa-Netzwerks der Hypo unter seinem Regiment erweist sich immer mehr als Bumerang. Die staatliche Heta hat die Balkan-Gruppe nicht nur um faule Kredite erleichtert, sondern steht für verkaufte Risiken der Bank gerade. Das Moratorium über die Heta kann zwar nach wie vor als mutiger Schritt bezeichnet werden, doch mehren sich die Zweifel, dass Österreich mit der Gläubigerbeteiligung durchkommt.

Mit dem Italien-Fiasko muss der Minister zudem neuerlich Steuergeld flüssigmachen – genau das hatte er ja immer ausgeschlossen. Dass die Maßnahme, wie jetzt betont wird, geplant war, ist für den Steuerzahler ein schwacher Trost. Bei den Hypo-Kosten gibt es anscheinend nur ein Motto: The only way is up. (Andreas Schnauder, 24.6.2015)

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