Automobilzulieferer unter Kartellverdacht

24. Juni 2015, 17:30
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Oberösterreichische Greiner GmbH unter den Betroffenen – Insgesamt 75 Millionen Strafe

Düsseldorf/Kremsmünster – Das deutsche Bundeskartellamt hat unter dem Vorwurf illegaler Absprachen Bußgelder von insgesamt 75 Millionen Euro gegen fünf Zulieferer der Automobilindustrie verhängt. Betroffen sind die Autoneum Germany GmbH, die Carcoustics International GmbH, die österreichische Greiner Perfoam GmbH, die Ideal Automotive GmbH und die International Automotive Components Group.

Ein weiterer Zulieferer kam ohne Geldstrafe davon – er hatte als Erster der am Kartell beteiligten Unternehmen mit den Wettbewerbshütern kooperiert und bekam für seine Rolle als Kronzeuge einen Bonus.

Die Zulieferer sollen sich dem Kartellamt zufolge von 2005 bis 2013 bei Ausschreibungen abgesprochen haben. Unter anderem sollen sie Preisuntergrenzen vereinbart haben. Betroffen waren dabei etwa Bodenbeläge oder Kofferraumauskleidungen für Autos. Ermittlungen des Kartellamts gegen ein weiteres Unternehmen laufen noch.

Die Greiner Perfoam GmbH, ein Unternehmen der Greiner Holding AG mit Hauptsitz in Kremsmünster, bekam laut einer Stellungnahme ein Bußgeld in Höhe von 8,4 Millionen Euro aufgebrummt. Der Vorstandsvorsitzende der Holding, Axel Kühner, bedauerte in einer Aussendung das Greiner Perfoam zur Last gelegte Verhalten "zutiefst". Er schilderte, der Vorwurf gehe dahin, dass Mitarbeiter in Einzelfällen das Verhalten im Rahmen von Ausschreibungen für Ladeböden beziehungsweise Hutablagen für Pkw mit einem anderen Zulieferer abgestimmt hätten.

An multilateralen Abstimmungsrunden oder sonstigen Kontakten zu den weiteren vom deutschen Bundeskartellamt aufgeführten Bauteilen sei die Firma nicht beteiligt gewesen. "Wir haben von Beginn an schnell und umfassend mit den Behörden kooperiert und dadurch zu einer raschen Aufklärung beigetragen", so Kühner. (APA, 25.6.2015)

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