24 Monate für Welpenhändler-Paar in Oberösterreich

24. Juni 2015, 16:12
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"Sie haben es ernsthaft für möglich gehalten und billigend in Kauf genommen, dass die Hunde krank sind"

Eine deutsche Hundezüchterin ist am Mittwoch im Landesgericht Linz zu 24 Monaten unbedingt, ihr 52-jähriger Mann ebenfalls zu 24 Monaten, davon 16 auf Bewährung, verurteilt worden. Die Sprüche sind nicht rechtskräftig.

Das Paar soll mit einem Internet-Welpenhandel laut Anklage 270, laut Urteil zumindest 262 Käufer um mehr als 170.000 Euro geschädigt und im Mühlviertel rund 740 Tiere unter widrigen Bedingungen gehalten haben. Mehr als 100 Opfer erhielten Privatbeteiligten-Zusprüche im dreistelligen, teilweise sogar im niedrigen vierstelligen Bereich. Der Rest wurde auf den Zivilrechtsweg verwiesen.

Die Angeklagten hätten soviel Erfahrung gehabt, dass sie einen kranken von einem gesunden Hund unterscheiden konnten, so Richter Oliver Schoßwohl in der Urteilsbegründung. "Sie haben es ernsthaft für möglich gehalten und billigend in Kauf genommen, dass die Hunde krank sind" und sie dennoch verkauft. Im Zentrum seien "Kostenminimierung und Gewinnmaximierung" gestanden.

Einschlägige Vorstrafe

Der Schuldgehalt erhöhe sich zudem, weil nicht mit irgendeiner Ware, sondern mit wehrlosen Tieren gehandelt worden sei. Bei der Frau gab es keine Milderungsgründe. Erschwerend wertete das Gericht, dass sie teils einschlägig vorbestraft ist, den hohen Schaden, den langen Tatzeitraum von Juni 2010 bis Dezember 2013 und die hohe Zahl der Angriffe. Bei ihrem Mann lagen keine Vorstrafen vor, er kam deshalb mit einer teilbedingten Strafe davon.

Die Staatsanwaltschaft gab zum Spruch des Schöffensenats keine Erklärung ab. Der Verteidiger kündigte Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung an. (APA, 24.6.2015)

  • Das Paar an einem früheren Prozesstag.
    foto: apa/fotokerschi.at

    Das Paar an einem früheren Prozesstag.

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