Suizidbericht: Presserat rügt "Österreich"

24. Juni 2015, 13:06
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Tageszeitung verstieß mit unverpixelten Fotos und Mutmaßungen gegen Ehrenkodex

Wien – Die Tageszeitung "Österreich" hat laut Presserat gegen den Persönlichkeitsschutz eines Suizidopfers und damit gegen den Ehrenkodex für die österreichische Presse verstoßen. Konkret geht es um den Artikel "Waffennarr erschoss sich vor Exekutor" aus dem vergangenen November. Neben verschiedenen identifizierenden Details veröffentlichte "Österreich" auch mehrere Fotos, die den Verstorbenen unverpixelt zeigten. Darüber hinaus wurden auch über die Gründe für den Suizid ausführliche Mutmaßungen angeführt, kritisierte der Presserat.

Der Moment des Todes zähle grundsätzlich zu dem Bereich, der vom Persönlichkeitsschutz erfasst wird. Auf dieses Prinzip sei laut Presserat bei einem Suizid besonders zu achten. Der "Österreich"-Bericht verstoße auch in einem weiteren Punkt gegen den Ehrenkodex, weil bei Berichten über Suizide – auch wegen der Gefahr der Nachahmung – besondere Zurückhaltung geboten sei, so der Presserat.

"Österreich" ist nicht Mitglied des Presserats. (APA, red, 24.6.2015)

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