Theodor Kramer Preis an Hazel Rosenstrauch

24. Juni 2015, 10:48
posten

Die Kulturwissenschafterin wurde zuletzt mit dem Staatspreis für Kulturpublizistik geehrt

Wien – Die englisch-österreichische Kulturwissenschafterin und Wissenschaftspublizistin Hazel Rosenstrauch erhält den Theodor Kramer Preis für Schreiben im Widerstand und Exil 2015. Der mit 7.300 Euro dotierte Preis wird am 12. September in Niederhollabrunn vergeben, hieß es in einer Aussendung der Theodor Kramer Gesellschaft. 2012 hatte Rosenstrauch den Staatspreis für Kulturpublizistik erhalten.

Hazel Rosenstrauch, 1945 als Tochter exilierter österreichischer Kommunisten in London geboren, studierte Germanistik, Philosophie und Soziologie an der Freien Universität Berlin. Anschließend promovierte sie am Institut für Empirische Kulturwissenschaften an der Universität Tübingen mit einer sozialgeschichtlichen Studie über den Buchhandel im 18. Jahrhundert.

Auch journalistisch tätig

Sie war neben mehrjähriger wissenschaftlicher Mitarbeit am Soziologischen Institut der Freien Universität Berlin und am Institut für Sozioökonomie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften auch journalistisch tätig, unter anderem beim Bayrischen Rundfunk, kuratierte Ausstellungen und schrieb zahlreiche Beiträge für Zeitschriften und Zeitungen. Seit 2007 lebt sie als Autorin, Lektorin und Moderatorin in Berlin.

Deutsch-jüdisches Beziehungsgeflecht

In ihren zahlreichen Essays und Publikationen gehe sie den Wechselwirkungen zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit auf den Grund, würdigte die Theodor Kramer Gesellschaft ihre Preisträgerin. Sie untersuche verstärkt das deutsch-jüdische Beziehungsgeflecht und analysiere Umbrüche um 1800. "Wesentlich war und ist ihr, Nicht-Übereinstimmung mit vorherrschenden Tendenzen des geistigen und sozialen Lebens vorzuleben und zu vermitteln und zugleich verloren scheinende Ansätze einer lebendigen Vernunft zu rekonstruieren."

Mit dem Theodor Kramer Preis für Schreiben im Widerstand und im Exil werden sowohl die literarische Qualität, als auch die Haltung und das Schicksal der Preisträgerin oder des Preisträgers gewürdigt. Er wird seit 2001 alljährlich verliehen. Ruth Klüger findet sich ebenso auf der Liste der bisherigen Preisträger wie Elazar Benyoetz, Fred Wander, Milo Dor und Georg Stefan Troller. (APA, 24.6.2015)

Share if you care.