Heta muss Ex-Tochter in Italien mit Kapitalspritze vor Pleite retten

23. Juni 2015, 22:27
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Heta hat für Forderungen gegenüber italienischer HBI bereits Vorsorgen über 1,2 Milliarden Euro gebildet

Wien/Klagenfurt – Die Hypo-Abbaugesellschaft Heta und der österreichische Staat wollen die frühere italienische Hypo-Tochter HBI mit einer massiven Kapitalspritze vor der Pleite bewahren. Das geht aus einer Ad-hoc-Mitteilung der Heta am Dienstagabend hervor. Der STANDARD hatte über den drohenden zusätzlichen Geldbedarf bereits im April berichtet.

Die Heta hatte in ihrem Jahresabschluss für 2014 für möglicherweise uneinbringliche Forderungen gegenüber der Hypo-Alpe-Adria-Bank S.p.A. Udine (HBI) bereits Vorsorgen in Höhe von rund 1,2 Milliarden Euro gebildet.

Am Dienstag wurde nun zwischen der Heta, der Republik Österreich und der HBI-Bundesholding AG (HBI-BH) ein "verbindliches Term Sheet über die Finanzierung und die Eigenkapitalausstattung" der HBI abgeschlossen.

Das bedeutet: Die HBI-Bundesholding und die Heta werden der HBI Geld zuschießen, um eine Insolvenz der Italien-Bank zu verhindern. Wie groß die Summe ist, will man vorerst nicht verraten – laut STANDARD-Informationen sollen je 100 Millionen Euro fließen.

Seit der vorjährigen Aufspaltung der einstigen Hypo Alpe Adria (heute: Heta) ist die Italien-Bank keine Tochter der Heta. Sie gehört aber gleichfalls dem österreichischen Staat. Finanzminister Hans-Jörg Schelling (ÖVP) hatte vor wenigen Wochen noch versprochen, die Hypo werde den österreichischen Steuerzahler kein weiteres Geld kosten. (APA/red, 23.6.2015)

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