Casinos-Verkauf soll rasch über die Bühne gehen

23. Juni 2015, 14:49
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Die Beteiligungsgruppe Epic und ihre tschechischen Partner bereiten sich schon lange vor und wollen in Kürze zuschlagen

Wien – Bei der Casinos Austria AG (Casag) könnte es jetzt schnell gehen. Zumindest, wenn es nach Peter Goldscheider geht, der über die Beteiligungsgesellschaft Epic ein Auge auf den Glücksspielkonzern geworfen hat. Sollte die Casag Epic und zwei tschechische Partner endlich in den Datenraum lassen, könnte das Konsortium innerhalb von sieben bis zehn Tagen ein verbindliches Angebot legen. Immerhin beschäftige man sich bereits seit 14 Monaten mit dem Unterfangen, habe die Rechtsanwaltskanzlei Dorda Brugger Jordis, die Beratungsgruppe KPMG und Consulter mit internationaler Branchenerfahrung an Bord.

Bereits ein unverbindliches Angebot unterbreitet hat Epic gemeinsam mit den tschechischen Partnern KKCG und Emma den Casag-Aktionären Medial – vertreten durch Ex-ÖVP-Chef Josef Pröll – und MTB Privatstiftung von Maria Theresia Bablik. Gemeinsamen halten die beiden Gruppen eine Beteiligung von 55 Prozent an den Casinos. Es könnte auch mehr werden: Wenn die Republik Österreich ihren Drittel-Anteil veräußern wolle, wäre man hier flexibel, erklärte Goldscheider am Dienstag vor Journalisten.

Keine Partnerschaft mit Novomatic

Denkbar wäre auch eine Anteilsreduktion der Bundesanteile, die von der Staatsholding Öbib gehalten werden, von 33 auf 25,1 Prozent. Weniger beweglich ist Epic in Bezug auf Novomatic, die sich kürzlich bei der von der Casag dominierten Lotterien eingekauft hat. Eine Partnerschaft mit dem Automatenhersteller aus Gumpoldskirchen ist für Goldscheider "nicht realistisch, weil Herr Graf kein Interesse hat, irgendetwas zu teilen". Johann Graf ist Gründer und Eigentümer von Novomatic.

Goldscheider und seine Partner präsentierten sich am Dienstag als Investoren mit langfristigen Interessen. KKCG gehört zum Imperium des tschechischen Magnaten Karel Komárek und kontrolliert den Glücksspiel-Marktführer des Landes, Sazka. Mit an Bord ist die Emma-Gruppe des ebenfalls tschechischen Unternehmers Jiri Smejc, die sich am griechischen Glücksspielanbieter Opap beteiligt hat. Weitere Expansionsschritte sind geplant. Beispielsweise gab und gibt es Ambitionen, in der Türkei und in den Niederlanden zum Zug zu kommen. Gemeinsam mit der Casag ließen sich Synergien heben, ist Goldscheider überzeugt. Gemeinsam könne man einen führenden europäischen Glücksspielkonzern formen. (as, 24.6.2015)

  • Ob Epic auf die richtige Zahl gesetzt hat, wird sich erst weisen.
    foto: reuters/de castro

    Ob Epic auf die richtige Zahl gesetzt hat, wird sich erst weisen.

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