Neos-Klub gründet Betriebsrat ohne Angst vor Kündigung

23. Juni 2015, 14:53
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Arbeitnehmervertretung soll in den nächsten Wochen gewählt werden

Wien – Der Neos-Klub soll nun doch einen Betriebsrat bekommen, Johannes Gasser, Sozialreferent der Pinken, hat bereits die Initiative ergriffen. Wann genau die Wahl durchgeführt werden soll, ist noch nicht bekannt, aber es soll in den nächsten Wochen der Fall sein. Der Listenname wurde zunächst via Twitter bekanntgegeben, aber wieder zurückgezogen. Die spanische Bedeutung des Wortes war den Pinken nicht bewusst.

Zuvor gab es eine Debatte um die Kündigung einer Mitarbeiterin. Ihren Angaben zufolge wurde sie entlassen, weil sie einen Betriebsrat gründen wollte. Die Vorwürfe wurden aber von der Partei umgehend als nicht richtig zurückgewiesen. Die Neos bringen nun eine Klage gegen die Gewerkschaft GPA-dpj wegen Rufschädigung ein. Sie haben die Mitarbeiterin vertreten und beraten, die Pinken vermuten, dass der Fall für parteipolitische Motive missbraucht werde.

Bisher Aufwand zu groß

Nun will die pinke Partei die Betriebsratsgründung schnell nachholen. Man habe bereits Kontakt mit der Gewerkschaft aufgenommen. Das bestätigt Johannes Gasser im STANDARD-Gespräch. Auch wenn er nicht versteht, warum die Gewerkschaft der Jungpartei Tipps zur Betriebsratsgründung über eine Aussendung ausrichtet und sich nicht direkt an den Parlamentsklub wendet.

Innerhalb der Neos sei schon in der Vergangenheit viel über einen Betriebsrat geredet worden, doch bisher schreckten die Mühen die Mitarbeiter ab. "Das Bedürfnis war nicht so groß, um den Aufwand zu rechtfertigen", sagt Gasser. Außerdem sei das Arbeitsklima sehr gut. Wenn es aber der Öffentlichkeit so wichtig sei, dass die Neos einen Betriebsrat haben, wollen sie das nachholen. Einige Mitarbeiter im Klub überlegen zu kandidieren. Darunter auch Gasser selbst. Ob er Angst hat, wegen der Betriebsratsinitiative gekündigt zu werden? "Nein, wenn man die Umstände der Kündigung kennt, weiß man, dass es nichts mit dem Wunsch nach einem Betriebsrat zu tun hatte", sagt der Sozialreferent. (mte, 23.6.2015)

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