Bischof aus 17. Jahrhundert zusammen mit einem Baby bestattet

23. Juni 2015, 13:37
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DNA-Analysen sollen Aufschluss über mögliche Verwandtschaft geben

London/Lund – Ein totes Baby im Sarg eines schwedischen Bischofs gibt Rätsel auf: Bei einer Röntgen-Untersuchung der mumifizierten Leiche von Bischof Peder Winstrup (1605-1679) entdeckten Wissenschafter zu seinen Füßen den kleinen Körper eines frühgeborenen Kindes, wie die britische Zeitung "The Guardian" berichtete (ein Foto und Video finden Sie hier).

Das fünf bis sechs Monate alte Baby war in ein Tuch gewickelt und offenbar bewusst dem 74-jährigen lutherischen Bischof von Lund beigesellt worden. Eine DNA-Untersuchung soll Aufschluss über eine mögliche Verwandtschaft geben.

Historischer Hintergrund

Bei früheren Untersuchungen wurde das Kind dem Bericht zufolge deshalb nicht entdeckt, weil es unter den Kräutern verborgen war, die den Sarg zur Hälfte ausfüllen. Der mumifizierte Leichnam Winstrups gilt als eine der am besten erhaltenen Europas. Sein Gesicht ist eingefallen, aber die Gesichtszüge weisen noch immer deutliche Ähnlichkeiten mit zeitgenössischen Porträts auf.

Winstrup, 1605 als Sohn eines Bischofs und Theologieprofessors in Kopenhagen geboren, wurde nach Studien in Rostock, Wittenberg, Leipzig und Jena zunächst Kaplan am Hof Christians IV. von Dänemark, dann 1638 Bischof von Lund. 1666 gründete er die Universität Lund, die heute zu den angesehensten Hochschulen weltweit gehört. Bestattet wurde Winstrup in der Krypta seiner Domkirche. (APA/red, 23.6. 2015)

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