Medikamente ab Donnerstag im Netz erhältlich

23. Juni 2015, 13:24
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Konsumenten können ausgewählte Medikamente bei registrierten Versandapotheken bestellen

Wien – Österreichische Apotheken dürfen ab kommendem Donnerstag Medikamente über das Internet verkaufen – allerdings nur rezeptfreie und in "üblichen" Mengen. Vor dem Erwerb von Viagra und Co ist also weiterhin eine Verschreibung durch den Arzt und der Gang zur Apotheke notwendig.

Apotheken, die von der Möglichkeit des Onlineversands Gebrauch machen wollen, müssen strenge Auflagen erfüllen und sich beim Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) registrieren lassen. Bisher haben das nur sechs getan. "Wir gehen davon aus, dass es mehr werden", sagte BASG-Chefin Christa Wirthumer-Hoche am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Wien. Sie rechnet mit rund 50 Apotheken, die rezeptfreie Medikamente über ihre Websites verkaufen werden.

Sicherheit für den Kunden

Ein EU-weit einheitliches Logo für Versandapotheken soll dem Kunden die Sicherheit geben, dass es sich bei der gewählten Adresse um einen legalen Anbieter handelt und nicht um eine dubiose Quelle, die womöglich gefälschte Medikamente vertreibt. Auf der BASG-Homepage ist ein Gegencheck möglich – dort können sich Konsumenten einen Überblick über registrierte Versandapotheken verschaffen. Für die Versandapotheken gelten strenge Auflagen: So muss eine Beratung des Kunden möglich sein, darüber sind sogar Aufzeichnungen zu führen. Für die Zustellung der Medikamente ist maximal ein Werktag vorgesehen. Geregelt ist die Sache in der Fernabsatzverordnung.

foto: apa/barbara gindl

Nicht allzu gut war es bisher mit dem Wissen der Österreicher über den Onlinehandel mit Medikamenten im Land bestellt, wie eine im Mai im Auftrag des Gesundheitsministeriums durchgeführte Umfrage ergeben hat. "Es ist ernüchternd, was da rausgekommen ist", meinte Ministerin Sabine Oberhauser (SPÖ). Demnach war fast jeder Zweite der Meinung, rezeptfreie Arzneimittel dürften ohnehin schon im Internet verkauft werden. Von der aktuellen Gesetzesänderung hatten 80 Prozent noch gar nichts gehört. Fast 60 Prozent befanden sie als gut.

Maßnahmen des Ministeriums

Dem Wissensmanko treten Gesundheitsministerium und BASG mit einer Aufklärungsinitiative unter dem Titel "Medikamente im Internet kaufen? Wissen Sie wirklich, was Sie bekommen?" entgegen. Folder, Inserate in Tagesmedien und auf der Homepage des Ministeriums sollen die Bevölkerung über die Möglichkeit des Onlineversands informieren und gleichzeitig über die Gefahren aufklären, die der Einkauf bei illegalen Anbietern mit sich bringt, erklärte Oberhauser. Ein Projektil auf der herausgestreckten Zunge eines bärtigen Mannes ist als Symbolbild zu verstehen: Der Erwerb gefälschter Medikamente kommt russischem Roulette gleich. (APA, 23.6.2015)

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