Verband: Großes Gefälle bei Cybersicherheit in Deutschland

23. Juni 2015, 12:22
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Verunsicherung bei Verbrauchern wachse, heuer aber weniger Vorfälle

Beim Schutz vor Cyberattacken zeigt sich bei den Deutschen ein erhebliches Sicherheitsgefälle. "Ein Viertel der Verbraucher bewegen sich im kritischen Bereich. Knapp 60 Prozent bedürfen zusätzlicher Unterstützung", sagte der Vorsitzende des Vereins Deutschland sicher im Netz (DsiN), Hartmut Thomsen, am Dienstag in Berlin. Die Verunsicherung auf Verbraucherseite wachse, fügte der Geschäftsführer von SAP Deutschland hinzu.

Weniger Vorfälle

Mit dem vom Meinungsforschungsinstitut TNS Infratest erstellten DsiN-Sicherheitsindex erfasst der Verein zum zweiten Mal die digitale Sicherheitslage für Verbraucher in einer Kennzahl. Die Befragten werden dazu in vier verschiedene Nutzergruppen unterteilt. In diesem Jahr verbesserte sich der Wert um 2,8 auf 63 Punkte, was laut Thomsen auf weniger sicherheitsrelevante Vorfälle zurückzuführen ist. Das Sicherheitsgefälle bleibe jedoch frappierend. Nur wenige Verbraucher verschlüsselten ihre Daten ausreichend im Netz, sagte der Parlamentarische Justiz-Staatssekretär Ulrich Kelber.

Gefälle zwischen Wissen und Handeln

76 Prozent der deutschen Internetnutzer sähen eine stärkere Verantwortung für den Schutz ihrer Daten bei sich selbst, sagte der Geschäftsführer von Microsoft Deutschland, Alastair Bruce. Gut 52 Prozent seien der Ansicht, dass sie häufiger Sicherheitsvorkehrungen einsetzen sollten. Gleichwohl gebe es eine hohe Diskrepanz zwischen dem Wissen und der Bereitschaft, dieses umzusetzen. Ein hohes Sicherheitsniveau gibt es der Studie zufolge nur bei den sogenannten "souveränen Nutzern", die 42 Prozent der Internetsurfer repräsentierten.

Der 2006 gegründete Verein will Schutz, Sicherheit und Vertrauen in der digitalen Welt fördern. Er wird getragen von Firmen und Verbänden und von den Bundesministerien unterstützt. Schirmherr ist Innenminister Thomas de Maiziere. (Reuters, 23.06.2015)

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