Comeback von "The Comeback": Sky zeigt Serie mit Lisa Kudrow

23. Juni 2015, 12:00
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"Friends"-Star spielt abgehalfterte Ex-Sitcom-Darstellerin – Zweite Staffel setzt neun Jahre nach der ersten an

Wien/Unterföhring (APA) – Ein Ex-"Friends"-Star spielt einen Ex-Sitcom-Star, der seinen 15 Minuten Ruhm nachrennt: Das passt. Die HBO-Comedy "The Comeback" mit Lisa Kudrow floppte 2005 dennoch. Auf der Online-Plattform des Bezahlsenders jedoch avancierte die Satire auf die Entertainmentbranche zum Kult – und wurde nun, zehn Jahre später, fortgesetzt. Ab morgen zeigt Sky Atlantic HD beide Staffeln mittwochs um 22 Uhr.

2005 war "The Comeback", kreiert von der als Phoebe Buffay aus "Friends" bekannten Lisa Kudrow gemeinsam mit dem "Sex and the City"-Schöpfer Michael Patrick King, seiner Zeit voraus: Kurz bevor Realityshows wie die "The Real Housewives"-Reihe das US-Fernsehen überschwemmten, verkörperte Kudrow die abgehalfterte Schauspielerin Valerie Cherish, die mit einer eigenen Realityshow an die ruhmreichen Tage als Star der Erfolgssitcom "I'm It!" anschließen will.

Noch bevor Serien im Mockumentary-Stil wie "The Office", "30 Rock" oder "Lass es, Larry" zur Norm wurden, waren die 13 Folgen von "The Comeback" als eine Art Hinter-den-Kulissen-Material der fiktiven, ebenfalls "The Comeback" betitelten Realityshow gestaltet. Im Rahmen ebendieser ergattert Valerie eine Hauptrolle in der Sitcom "Room and Bored" – nur um kurz nach Drehstart von einer der vier Hauptfiguren zur Nebendarstellerin degradiert zu werden und als Tante Sassy ein Dasein in der zweiten Reihe zu fristen.

Überschneidung von Realität und Fiktion

Neun Jahre später hat Valerie ihren Traum von Berühmtheit noch immer nicht aufgegeben: Nach einer Reihe erfolgloser Auftritte in Studentenfilmen und zweitklassigen Krimiserien sowie einer Haarproduktserie im Homeshopping-Kanal soll es abermals eine Realityshow richten. Diesmal fungiert Valerie selbst als Produzentin und Regisseurin, um das von ihr in der Vergangenheit so unvorteilhaft transportierte Bild zurecht zu rücken. "Den Leuten sind die Ideen ausgegangen", sagt sie in Bezug auf den Überschwung an Reality-Fernsehen, "es ist Zeit für mein Comeback!"

Doch einer droht ihre Pläne zu durchkreuzen: Paulie G., ihr sexistischer, widerlicher Regisseur aus den "Room and Bored"-Zeiten, plant für HBO eine Serie "über eine neurotische Ex-Sitcom-Schauspielerin" mit roten Haaren und dem Namen Mallory Church. Wutentbrannt platzt Valerie, die einmal mehr um ihr Image besorgt ist, ins Casting, um "Seeing Red" zu verhindern – und wird dann selbst in der Titelrolle gecastet. Warum sie eine wenig schmeichelhafte Version ihrer selbst spielen will, fragt ihr Ehemann? "Es ist HBO!"

War die erste Staffel noch eine bitterböse Satire auf das entwürdigende Konzept von Realityshows, nimmt sich Staffel Zwei mit acht neuen Folgen nun selbstreferenziell Bezahlkanälen wie HBO an. Gemeinsam haben die Staffeln den gnadenlosen Blick auf die Besessenheit mit Ruhm und Prominenz, egal zu welchem Preis. Kudrow brilliert abermals als selbstbezogene, nach Aufmerksamkeit lechzende Schauspielerin, deren Selbsteinschätzung von der tatsächlichen Außenwahrnehmung nicht weiter entfernt sein könnte. Stets gute Miene zum noch so unprofessionellen oder demütigenden Spiel machend, bleibt die Figur der Valerie dabei jedoch stets sympathisch und menschlich, und scheint sich "The Comeback" nie über sie lustig zu machen.

Das Comeback von "The Comeback" scheint geglückt – und die Wartezeit bis zu einer Fortsetzung dürfte diesmal kürzer ausfallen: Ende April bestätigte Kudrow Pläne für eine dritte Staffel. (APA/red, 23.6.2015)

  • Lisa Kudrow ist gleichzeitig Erfinderin und Produzentintin von "The Comeback".
    foto: reuters

    Lisa Kudrow ist gleichzeitig Erfinderin und Produzentintin von "The Comeback".

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