Oberösterreichische Pflegekräfte bekommen mehr Geld

23. Juni 2015, 11:54
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Sechste Urlaubswoche für langjährige Mitarbeiter und 39-Stunden-Woche für Altenpfleger

Linz – Die oberösterreichischen Pflegekräfte bekommen mehr Geld. Schneller als geplant haben sich Land, Gemeinde- und Städtebund sowie Gewerkschaften am Dienstag auf ein Gehaltsschema geeinigt. Das Paket wird schrittweise umgesetzt und erreicht bis 2019 ein Volumen von rund 57,1 Mio. Euro. Über die rund 23.000 Beschäftigen gemittelt bringt es sechs Prozent mehr Gehalt, so Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP) bei der Präsentation.

Diplomkrankenpfleger und medizinisch-technische Dienste bekommen in mehreren Etappen bis 2019 um 250 Euro, Pflegehelfer um 150 Euro mehr. Fachsozialbetreuer Altenhilfe erhalten in zwei Stufen bis 2017 ein Plus von 50 Euro. Die unterschiedlichen Steigerungen werden damit begründet, dass etwa oberösterreichische Diplomkrankenpfleger im Bundesschnitt vergleichsweise schlecht bezahlt sind, Altenpfleger hingegen im Ländervergleich eher am oberen Ende rangieren.

Zusätzliche Posten notwendig

Mitarbeiter über 43 Jahre, die bereits seit 15 Jahre im Pflegeberuf tätig sind, haben ab 2018 Anspruch auf eine sechste Urlaubswoche. Die Altenpfleger bekommen ab 2019 eine 39-Stunden-Woche. Die übrigen Berufsgruppen hätten bereits 39- oder 38,5-Stunden-Modelle, erklärte Pühringer. Wie viele zusätzliche Posten durch die Arbeitszeitverkürzung notwendig sein werden, könne noch nicht abgeschätzt werden.

Auch wenn die Erhöhung stufenweise über mehrere Jahre erfolgt, so sollen alle Betroffenen bereits am 1. Juli mehr Geld bekommen, bei den Diplomkrankenpflegern beispielsweise sind es 100 Euro. Heuer wird sich das Paket mit 12,9 Mio. Euro zu Buche schlagen. Im Endausbau 2019 belaufen sich die Mehrkosten auf 57,1 Mio. Euro plus Indexsteigerung. 45 bis 50 Prozent zahlt das Land, 50 bis 55 Prozent müssen Städte und Gemeinden berappen. "In dieser Summe liegt Wertschätzung begründet", so der Linzer Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ), der für den Städtebund verhandelt hat. Gemeindebund-Chef Hans Hingsamer (ÖVP): "Es wird mühsam sein, diese Mittel aufzubringen."

"Tragbarer Kompromiss"

Nach der Einigung über ein neues Ärztegehaltsschema, der zähe Verhandlungen vorangegangen sind, haben Land, Gemeinde- und Städtebund, Gewerkschaft der Gemeindebediensteten, GPA-djp, GÖD und vida seit März über die Bezahlung in der Pflege verhandelt. Drei große, vier kleine und knapp ein Dutzend politischer Runden seien nötig gewesen, erklärte Pühringer nach der Einigung. "Es war nicht einfach, beide Seiten haben sich bewegen müssen". Tenor aller Verhandler: Es sei ein tragbarer Kompromiss – häufig strapaziertes Wort war "Augenhöhe" – und die Mitarbeiter sehen sofort ein Plus auf dem Lohnzettel. (APA, 23.6.2015)

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