Asylquartier Traiskirchen: Warterei und fehlende Betten

Ansichtssache23. Juni 2015, 10:51
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2.800 Flüchtlinge sind derzeit untergebracht. Für jene 500, für die es keine Betten gibt, werden nachts Garagen geöffnet

Wien – Das Erstaufnahmezentrum Traiskirchen gestattete Medienvertretern der Austria Presse Agentur (APA) und des ORF-Radios am Montagabend Zutritt zum Areal. Gespräche mit den untergebrachten Asylwerbern – aktuell sind es 2.800 – wurden ermöglicht: Sie wollen einen Transfer weg von der vollen Erstaufnahmestelle hin in ein kleineres Quartier, sagen viele. Warum sie so lange warten müssen, verstehen sie nicht. Einzelne zeigen Papiere, die belegen, dass sie schon seit Wochen ohne Bett auskommen müssen, andere, dass sie monatelang auf eine Übersiedelung warten.

Besonders bitter ist die Situation für jene jugendlichen Flüchtlinge, die sich ohne Begleitung bis Österreich durchgeschlagen haben. Die jüngsten von ihnen sind 14. Sie benötigen spezielle Betreuung, was mehr kostet. Die gebotenen 77 Euro pro Tag seien nicht genug, klagen NGOs und Länder. Das am Montag von der Regierung ausgerufene Gipfelgespräch blieb auch bei dieser Frage ohne konkrete Ergebnisse. Alle relevanten Fragen wurden auf das nächste Treffen mit den Landeshauptleuten am Mittwoch verschoben.

Für jene 500 Flüchtlinge, für die derzeit in Traiskirchen keine Betten verfügbar sind, werden in der Nacht Garagen und Kindergärten geöffnet, damit sie bei Regen nicht nass werden. Eine Basisversorgung an Decken, Medikamenten und Essen gibt es für sie, wobei man selbst dabei langsam an die Grenzen stoße. (APA/red, 23.6.2015)

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