Uber verbietet Waffen für Fahrer und Passagiere

23. Juni 2015, 10:32
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Beförderungsregeln überarbeitet – greift Debatte um schärfere Waffenregulierung in den USA vor

Der Personentransportdienst Uber hat seine Beförderungsrichtlinien überarbeitet. Dabei fällt eine Neuerung besonders ins Auge: Fahrern wird künftig das Tragen einer Waffe verboten. Zudem dürfen sie künftig auch keine bewaffneten Passagiere transportieren.

Für den Großteil der Welt und insbesondere Europa ist diese Änderung freilich kaum von Relevanz. Nicht so in den USA. Dort ist der Zugang zu Schusswaffen in einigen Bundesstaaten relativ problemlos legal möglich. Auch das Mitführen ist erlaubt, mancherorts auch unverdeckt.

Debatte um Verschärfung

Uber begibt sich mit diesen Regelungen in Konflikt. Auch wenn man Uber gegenüber The Verge betont, dass die Änderung keine Reaktion auf das Verbrechen sei, greift man der Debatte um eine Verschärfung des Waffenrechts damit vor. Diese ist nach den rassistisch motivierten Morden von Charleston neu entflammt ist. Hier zeichnen sich wieder bekannte Argumentationsmuster ab.

Während Befürworter liberaler Waffengesetze argumentieren, dass Waffen Schutz durch Selbstverteidigung bieten, verweisen Gegner auf die in den USA vergleichsweise hohe Anzahl an jährlich Toten durch Schusswaffen. Laut US-Präsident Obama, der sich als Befürworter strengerer Regulierungen positioniert, ist die Anzahl der Opfer gemessen an der Bevölkerungszahl in den Vereinigten Staaten um 297 Mal höher als in Japan, 49 mal höher als in Frankreich und 33 Mal höher als in Israel.

Liberale Waffengesetze in South Carolina

In South Carolina können Handfeuerwaffen ohne besonderer Erlaubnis gekauft werden. Für das verdeckte Mitführen muss allerdings eine eine Erlaubnis "carry permit" eingeholt werden. Der im Südosten gelegene Bundesstaat gewährt außerdem mit einer "Stand your ground"-Klausel das Recht, sich selbst nötigenfalls auch mit tödlicher Gewalt zu schützen, wenn man Leib und Leben von sich oder einer anderen Person gefährdet sieht. (gpi, 23.06.2015)

  • Künftig dürfen Uber-Fahrer keine bewaffneten Personen mehr transportieren und auch selber keine Waffe mitführen.

    Künftig dürfen Uber-Fahrer keine bewaffneten Personen mehr transportieren und auch selber keine Waffe mitführen.

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