Überwachte Salzburger IT-Firma: "NSA ist eine Art von Malware"

23. Juni 2015, 10:09
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Emsisoft berichtet von "tagtäglichem" Kampf gegen Geheimdienste – stand auf Zielliste der NSA

Zwei österreichische Antiviren-Hersteller befinden sich auf einer Liste an Spionagezielen der NSA, die am Montag publikgemacht wurde. Beide Firmen überrascht das nicht: "Wenn wir ehrlich sind, scheint es heutzutage keinen Unterschied zu machen, ob ein Unternehmen Antivirensoftware oder Toilettenpapier verkauft – jeder wird grundsätzlich überwacht", schreibt Emsisoft in einem Blogbeitrag. Auch Joe Pichlmayr, CEO der ebenfalls genannten Ikarus, sprach gegenüber dem STANDARD von "keiner Überraschung".

Nur verschlüsselt kommunizieren

Die NSA hatte Attacken gegen die Kommunikation von Antiviren-Firmen geplant, um so mehr über deren Wissen zu Malware herauszufinden. Einerseits wusste die NSA so über die Aufdeckung eigener Schadprogramme Bescheid, andererseits konnten fremde Lücken leicht für eigene Zwecke genutzt werden. Sowohl Ikarus als auch Emsisoft geben an, intern und mit anderen Unternehmen nur verschlüsselt zu kommunizieren. "Unsere internen Daten sind in einem VPN gut aufgehoben und sämtliche interne E-Mails verlassen nie das verschlüsselte Mailsystem auf unseren eigenen Servern", so Emsisoft.

Schwierige Verteidigung

Allerdings kann ein gezielter Angriff durch die NSA natürlich selbst für IT-Spezialisten schwer abgewehrt werden. Dass Antiviren-Hersteller ins Visier geraten, ist allerdings durchaus üblich. "Die NSA ist nicht der einzige Interessent, der unsere Mauern überwinden will", führt Emsisoft aus. Vor allem hatte es der US-Geheimdienst laut "The Intercept" auf den russischen IT-Giganten Kaspersky abgesehen. Der soll übrigens laut US-Medien in enger Verbindung zum russischen Geheimdienst stehen. (fsc, 23.6.2015)

  • Ein Datencenter von Ikarus.
    foto: standard/hendrich

    Ein Datencenter von Ikarus.

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