Facebook erkennt Nutzer auch bei verdecktem Gesicht

23. Juni 2015, 09:47
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Experimenteller Algorithmus bezieht auch Identitäts-Hinweise wie Frisur und Kleidung ein

Will man Freunde und Bekannte auf gemeinsamen Fotos auf Facebook markieren, erweist sich die Gesichtserkennungsfunktion als praktischer Helfer. In der neuen App Facebook Moments erleichtert sie das Erstellen gemeinsamer Alben zu vergangenen Feiern, Urlauben und anderen Ereignissen.

Gut und schlecht

Wenngleich Nutzer die Gesichtserkennung für sich persönlich deaktivieren können, ist diese Funktion immer wieder in der Kritik von Datenschützern. In Zukunft könnte Facebooks Software aber noch einen Schritt weiter gehen. Wie New Scientist berichtet, kann sie mittlerweile Personen auch erkennen, wenn ihr Gesicht auf einem Foto verdeckt ist.

Auch hier lässt sich positiver Nutzen erkennen, könnte es doch erleichtern, künftig den halb versteckten Freund in der dritten Reihe am Gruppenbild leichter zuzuordnen. Doch auch das Missbrauchspotenzial wächst damit deutlich an, zumal einige Menschen im Wissen ihr Gesicht absichtlich verdecken.

83 Prozent Erfolgsrate

Uim trotzdem festzustellen, wer die schwer erkennbare Person auf einem Foto ist, kann die neue Version des Algorithmus, die sich aktuell noch in Entwicklung befindet, auf andere Hinweise zurückgreifen. Zu den neuen erfassten Merkmalen zählen die Frisur, die Kleidung, Haltung und Körpertyp.

Die bisherigen Ergebnisse erscheinen vielversprechend. Bei einem Testlauf mit 40.000 öffentlich verfügbaren Fotos von Flickr, die sowohl Menschen mit verdecktem, als auch mit unverdecktem Gesicht zeigten, erzielte man eine Erfolgsrate von 83 Prozent

Heikle Thematik

Yann LeCun, Entwicklungsleiter und Chef von Facebooks Abteilung für künstliche Intelligenz hält die Erfindung aber auch für potenziell nützlich für Menschen, die besorgt um ihre Privatsphäre sind. Sie könnten sich damit in Zukunft etwa benachrichtigen lassen, wenn irgendwo im Internet ein Bild von ihnen auftaucht, von dem sie sonst nicht wüssten. Die neue Software ist auf Facebook noch nicht im Einsatz.

Die Fortschrittsmeldung kommt zu einem heiklen Zeitpunkt. Erst vor kurzem waren Gespräche zwischen Datenschützern und Vertretern der IT-Branche zur Regulierung von Gesichtserkennung gescheitert, da beide Seiten sich nicht auf einen gemeinsamen Nenner einigen konnten. (gpi, 23.06.2015)

  • Das Gesicht zu verdecken könnte künftig nicht mehr ausreichen, um von Facebook nicht erkannt zu werden.
    foto: (CC-Lizenz)

    Das Gesicht zu verdecken könnte künftig nicht mehr ausreichen, um von Facebook nicht erkannt zu werden.

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