Äthiopisches Regime erhält alle Sitze im Parlament

23. Juni 2015, 09:43
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Opposition trat in ostafrikanischem Land nicht an

Addis Abeba – Bei der Parlamentswahl in Äthiopien haben die Regierungskoalition EPRDF und die mit ihr verbündeten Parteien wie erwartet wohl alle Sitze ergattert. Das Lager gewann nach dem am Montag verkündeten offiziellen Ergebnis 546 der 547 Unterhausmandate.

Im Bezirk Bonga musste die Abstimmung verschoben werden, der vorläufigen Auszählung zufolge setzte sich aber auch dort ein Koalitionskandidat durch. In den Regionalparlamenten, die ebenfalls am 24. Mai neu gewählt worden waren, verpasste das Lager nur 21 von 1987 Sitzen.

Eine Oppositionsbewegung gibt es in dem ostafrikanischen Binnenstaat praktisch nicht, kein Oppositionskandidat war zur Wahl angetreten. Ein Sieg der seit 24 Jahren herrschenden Partei EPRDF war daher ausgemacht.

Regierungschef Hailemariam Desalegn hatte in der Vergangenheit zwar eine demokratische Öffnung des Landes angekündigt, von einem Mehrparteiensystem ist das afrikanische Land mit der zweitgrößten Bevölkerung des Kontinents aber weit entfernt. Menschenrechtsaktivisten werfen der Regierung vor, die Medien und die Opposition zu unterdrücken, um ihre Macht zu sichern. (APA, 23.6.2015)

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