"Müssen die alten Dinge vergessen"

22. Juni 2015, 15:58
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Neo-Coach der Wiener bei Trainingsstart mit klaren Worten – Janko ein "interessanter Spieler" – Ogris künftig wieder Amateure-Trainer

Wien – Mit klaren Worten an die Mannschaft hat Thorsten Fink die Tätigkeit als Cheftrainer der Wiener Austria aufgenommen. "Ich habe ihnen gesagt, dass wir positiv denken müssen und die alten Dinge vergessen sind. Egal ob wir letztes Jahr Siebenter waren oder vor zwei Jahren in der Champions League. Das ist wurscht", meinte der Deutsche Montagmittag nach seiner ersten Trainingseinheit in Wien-Favoriten.

foto: apa/hochmuth
Erste Worte an die Mannschaft.

Pünktlich um 10.00 Uhr Vormittag starteten die Austrianer vor rund hundert Zaungästen und großem Medienaufgebot das erste Kennenlernen mit dem neuen Taktgeber. Neben dem mit einem Zweijahresvertrag ausgestatteten Fink stellten sich auch Co-Trainer Sebastian Hahn und Fitnesscoach Nikola Vidovic erstmals ihrem neuen Team vor. Fink musste vorerst mit nur 18 Spielern arbeiten.

Von den Neuzugängen waren lediglich Ognjen Vukojevic und Richard Windbichler dabei. Der von Altach zurückgekehrte Ismael Tajouri absolvierte aufgrund einer leichten Blessur eine individuelle Einheit. Neo-Stürmer Lary Kayode stößt Dienstag zur Mannschaft, ÖFB-Teamkeeper Robert Almer weilt wie der im israelischen Team spielende Roi Kehat noch eine Woche im Urlaub. Der ebenfalls noch urlaubende Markus Suttner steht indes vor einem Wechsel zum FC Ingolstadt.

Für Suttner soll der zuletzt bei Grödig spielende Christoph Martschinko künftig als Linksverteidiger agieren. Der U21-Teamspieler soll sich mit 1899 Hoffenheim bereits über einen Wechsel einig sein. Der deutsche Bundesligist könnte den 21-Jährigen dann an die Wiener verleihen. Franz Wohlfahrt wollte diesbezügliche Spekulationen nicht kommentieren.

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Wartet noch auf Verstärkungen: Thorsten Fink.

Glaubt man Gerüchten, arbeitet Austrias Sportdirektor im Hintergrund an einem Coup. Der nach Ende seines Engagements in Australien vertragslose Marc Janko soll bei der Austria hoch im Kurs stehen. Auch Fink wurde auf den Teamstürmer angesprochen. "Marc Janko wäre für jede Mannschaft in Österreich oder auch in Europa ein sehr interessanter Spieler. Er ist ein Spieler, der trifft, und wir müssen Tore machen. Schauen wir mal, was passiert", meinte der gebürtige Dortmunder.

Ob Janko jener "Wunschspieler" ist, den Fink noch im Auge hat, blieb unbeantwortet. "Es gibt schon noch etwas, was wir haben wollen", sagte der ehemalige Basel- und HSV-Trainer kryptisch.

Von seiner neuen Mannschaft hat er nach dem ersten Training einen guten Eindruck. Arbeit würde bis zum Liga-Startschuss am 26. Juli beim WAC aber noch genug warten. "Sie geben Gas, manchmal zu wild. Wir müssen taktischer Fußball spielen und nicht nur umherrennen. Ein paar Dinge fehlen noch, aber ich denke, die Mannschaft ist willig", meinte Fink. Vorerst würde der Fokus im Training auf der Fitness liegen, gleichzeitig gelte es an Taktik und Technik zu feilen.

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Künftig wieder Trainer der Amateure: Andi Ogris.

"Wir haben zwei Jahre verpasst, den Anschluss zu finden. Den müssen wir wieder finden", fand der 47-Jährige klare Worte. Schließlich soll die Austria unter ihm wieder dort landen, wo ihre eigentlichen Ansprüche liegen: im Spitzenfeld der Tabelle und im internationalen Einsatz.

Salzburg sieht Fink trotz der Rotationen des Meisters im Kader und auf der Betreuerbank weiter als Österreichs Nummer eins. Mit der Austria wolle er sich "peu a peu" nach vorne arbeiten: "Wir wollen etwas entwickeln, taktisch, mental und körperlich."

Bei Finks Trainingspremiere ebenfalls auf dem Rasen stand der zuletzt interimistisch als Chefcoach arbeitende Andreas Ogris. Die violette Clublegende wird in Zukunft wieder als Trainer der Austria Amateure arbeiten und damit Roman Mählich ablösen, der in der Akademie als Individualtrainer arbeiten wird. Ogris soll jedoch nach wie vor in den Trainingsbetrieb der Profis eingebunden sein und als eine Art Schnittstelle zwischen Nachwuchs und Kampfmannschaft fungieren. (APA; 22.6.2015)

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