Alice Cooper: Kostümrockfest mit Boa constrictor

22. Juni 2015, 16:09
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Der Horrorkomiker gastiert mit seiner Band unter dem Motto "Raise The Dead" in Hohenems und Wien

Vincent Damon Furnier kommt aus Detroit, einer Stadt, die für ihre Autoindustrie sowie die rege, aufregende Musikszene bekannt war. Im Alter von elf Jahren zog der Sohn eines konservativen Predigers mit den Eltern nach Phoenix, wo er Mitte der 1960er eine erste Band gründete. 1968 übersiedelte er mit seinen Kumpels nach Los Angeles, um richtig durchzustarten. Dafür war dem Sänger nichts zu blöd: Er nervte Frank Zappa mit einem morgendlichen Konzert vor dessen Schlafzimmer.

Daraus wurde der Beginn der Karriere von Alice Cooper. Ursprünglich der Name für die ganze Band, adoptierte Furnier ihn bald als sein künstlerisches Alias. Das Debütalbum Pretties for You (1969) wie der Nachfolger Easy Action erschienen auf Zappas Straight Records Label. Beide Platten waren psychedelisch-verquer, mit Doors-kompatiblen Jams, in Ansätzen hört man auch schon härtere Riffs, die den Gruppensound in den 1970ern prägten.

Nach den beiden kommerziellen Misserfolgen brütete Cooper ein Glamrockrevuekonzept aus. Fantasiekostüme, Glitterlook, waffenscheinpflichtige Plateauschuhe – und eine Bühnenshow, die ganz auf Schockelemente gebaut war. Mit Guillotine und elektrischem Stuhl, echten Riesenschlangen und Spinnen. Nicht nur wegen des Frauennamens "Alice" trug der Frontmann auch gern Frauenkleider.

Das Spiel mit der sexuellen Identität und B-Movie-Schockrock sorgte Anfang der 1970er für Kontroversen und machte Cooper zum Liebling von Salvador Dali, Liza Minelli und Divine.

Derb-theatralische Bühnenshows

Um musikalisch den derb-theatralischen Bühnenshows zu entsprechen, siedelte sich die Band wieder in Detroit an. Prompt wurde der Sound aggressiver und härter, dazu hatte Alice Cooper ein Gespür für stumpf-krachende Hardrockhymnen. School's Out, Elected, I'm Eighteen oder No More Mr. Nice Guy inspirierten die folgenden Punkgenerationen von Kurt Cobain und Julien Cope über Rob Zombie und Lydia Lunch bis Marilyn Manson und den Melvins.

Mit dem kommerziellen Erfolg kam der Absturz in alkoholinduzierte komatöse Zustände. In den 1980ern fing sich der Horrorkomiker wieder, musikalisch ging es Richtung Metal. Nun kommt er für zwei Konzerte nach Österreich, Raise The Dead lautet das Motto, erwarten darf man Hits aus allen Schaffensphasen sowie viel Theaterblut. (dog, 22.6.2015)

23.6.: Eventcenter, Hohenems, 20.00

24.6.: Arena/Open Air, Wien, 19.00, 01/ 798 85 95

  • Vincent D. Furnier alias Alice Cooper live on Stage.
    foto: robert newald

    Vincent D. Furnier alias Alice Cooper live on Stage.

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