Erste Group für Mittel- und Osteuropa optimistischer

22. Juni 2015, 14:30
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Prognosen swerden nach oben revidiert

Wien/Athen – Die Wirtschaft in Mittel-und Osteuropa wird von den Experten der Erste Group nun optimistischer gesehen. Die Wachstumsraten im ersten Quartal hätten heuer hätten positiv überrascht, die Prognosen seien nach oben revidiert worden, sagte Erste-Group-Chefanalyst Friedrich Mostböck am Montag. Die ökonomischen Auswirkungen eines Grexit werden für die Region als sehr gering eingeschätzt.

Wachstumstreiber in Zentral- und Osteuropa (CEE) seien Investitionen und privater Konsum, so Mostböck am Montag in einer Pressekonferenz. Die Konjunktur werde sich heuer deutlich besser entwickeln als jene der Eurozone. Die Erste Group erwartet heuer für CEE ein Wachstum von drei Prozent und damit doppelt so viel wie für die Eurozone mit 1,5 Prozent. Die Konjunktur in der Region habe für die meisten an der Wiener Börse notierten ATX-Werte mehr Bedeutung als jene in Österreich.

Keine Sorge für den Fall eines Grexit

Die ökonomischen Auswirkungen eines Grexit auf Osteuropa schätzten die Erste-Group-Experten angesichts der geringen wirtschaftlichen Verflechtung als praktisch Null ein. Die Einschätzung, dass ein Ausscheiden Griechenlands aus der Euro-Zone einen extrem negativen Effekt auf Mittel- und Osteuropa habe, sei falsch, sagte Mostböck am Montag in einer Pressekonferenz. Es sei ein "vollkommener Blödsinn", zu sagen, dass eine Pleite Griechenlands oder was auch immer in Griechenland eine negative Auswirkung auf wesentliche zentral- und osteuropäische Staaten hätte.

Die Exporte nach Griechenland machten zwischen 0,1 und 0,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) aus. In Österreich und Polen beispielsweise sind es laut Erste Group je 0,1 Prozent, in Tschechien und Slowenien je 0,2 Prozent. Am höchsten ist der Anteil laut Erste Group in Bulgarien mit 3,5 Prozent und in Rumänien mit 0,5 Prozent. Die Berührungspunkte seien verschwindend gering und die Auswirkungen seien auch null, so Mostböck. Es gebe vielleicht etwas mehr Auswirkungen in Bulgarien und in Rumänien, weil dort Teile von griechischen Banken tätig seien, deren Marktanteile dürften in beiden Ländern aber unter 10 Prozent liegen. Das sei aber auch kein Problem, denn den Krediten stünden dort landeseigene Einlagen gegenüber.

Verwiesen hat Mostböck heute auch auf Rating-Verbesserung von CEE-Staaten. Ungarn sei von S&P gerade hochgestuft worden, für Rumänien sei ebenfalls eine Hochstufung zu erwarten. (APA, 22.6.2015)

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