Was Anlageprofis den Schlaf raubt

23. Juni 2015, 14:15
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Eine Umfrage unter institutionellen Investoren zeigt: Ein sprunghafter Anstieg des Ölpreises wird als größte Bedrohung wahrgenommen

Ohne Risiko kein Ertrag, diese simple Formel gehört zum täglichen Brot eines institutionellen Anlegers. Wenn es jedoch um sogenannte Extremrisiken geht, steigt die Sensibilität selbst bei hartgesottenen Investoren schlagartig an – schließlich handelt es sich dabei um potenzielle Performancekiller. Im aktuellen Umfeld sehen sie die Wertentwicklung ihrer Portfolios durch eine Vielzahl an Bedrohungen gefährdet, wie aus einer weltweit durchgeführten Umfrage von Allianz Global Investors hervorgeht.

Für 28 Prozent der 735 befragten Institutionellen stellt derzeit ein Ölpreisschock, bei dem die Kosten für das schwarze Gold sprunghaft nach oben schießen, die größte Bedrohung dar. Seit seinem Tief Mitte Jänner hat sich der Preis für ein Fass Brent um rund ein Drittel auf deutlich über 60 US-Dollar erhöht. Weitere Anstiege könnten das globale Wachstum empfindlich dämpfen.

Ein Staatsbankrott, wie er im Zusammenhang mit der Schuldenkrise Griechenlands im Raum steht, stellt für 24 Prozent eine ernst zu nehmende Bedrohung dar. Gleich viele institutionelle Investoren fürchten das neuerliche Auftreten von Finanzmarktblasen wie in den Jahren 2000 und 2008 am meisten. Zurzeit gelten europäische Staatspapiere wie deutsche Bundesanleihen diesbezüglich als heiße Kandidaten.

Skepsis bei Staatsanleihen

Dementsprechend geht ein knappes Drittel (31 Prozent) der Investmentprofis davon aus, dass Staatsanleihen auf Jahressicht keine positiven Renditen einfahren werden. Konsequenterweise planen auch 29 Prozent, ihre Bestände an staatlichen Rentenpapieren zu reduzieren. Wesentlich positiver sind die Investoren gegenüber dem Aktienmarkt gestimmt: 30 Prozent der Befragten wollen in Europa und den USA ihre Bestände wegen des hohen Renditepotenzials aufstocken.

Generell geben zwei Drittel der Institutionellen an, dass sie sich seit der Finanzkrise mehr Sorgen um Extremrisiken machen. Allerdings verfügen laut der Studie nur 36 Prozent über geeignete Instrumente, um damit umzugehen. Für 56 Prozent ist das Management von Extremrisiken schlichtweg zu teuer. (Alexander Hahn, 19.6.2015)

  • Profianleger wissen: Ohne Risiko kein Ertrag. Manche Bedrohungen können aber auch ihnen das Fürchten lehren.
    foto: leszek szymanski

    Profianleger wissen: Ohne Risiko kein Ertrag. Manche Bedrohungen können aber auch ihnen das Fürchten lehren.

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