Kommt der Überwachungsstaat?

23. Juni 2015, 15:32
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Zur lückenlosen Überwachung stehen heute nahezu unbegrenzte Möglichkeiten zur Verfügung. Kommt der Überwachungsstaat? Und wäre das so schlecht?

"Nur weil du nicht paranoid bist, heißt das nicht, dass sie nicht hinter dir her sind!", sagte man in einer Zeit, in der lustige Sprüche auf T-Shirts groß in Mode waren.

Ein Funken Ernst war darin trotzdem enthalten und seit Edward Snowden, dem NSA-Skandal und allerspätestens der jüngsten Affäre rund um das noch aufzuarbeitende Treiben des Deutschen Bundesnachrichtendienstes sollte es klargeworden sein: "Sie" sind tatsächlich hinter uns her.

Es ist nur zu Ihrem Besten

Befürworter dieser Praktiken argumentieren damit, dass sich die Bedrohungsszenarien sehr schnell verändern. Wenn moderne Bedrohungen also komplexer werden, müssen auch Gesetzeshüter trickreicher und umfassender arbeiten. Der Überwachungsaspekt aus "1984", Orwells großer und umfassender Kritik am Totalitarismus, sei jedenfalls noch weit entfernt und könne dank demokratischer Rechtsstaatlichkeit auch nie erreicht werden.

Es ist nicht zu Ihrem Besten

Dass Geheimdienste und andere Behörden zur Abwehr von Spionage, Terrorismus oder Schwerverbrechen an die Grenzen ihrer Kompetenzen und gelegentlich auch darüber hinaus gehen, daran bestand nie ein Zweifel. Gefährlich wird es, sagen Kritiker, wenn staatliche Institutionen mit all ihrer verfügbaren Macht damit beginnen, unbescholtene Bürger ohne besonderen Anlass zu durchleuchten und sich einen Vorrat an Daten anlegen.

Ist der Große Bruder doppelplusgut?

Sind Sie bereit, Ihre Daten durchleuchten zu lassen beziehungsweise glauben Sie an die Zweckmäßigkeit und die Erfolgsaussichten im Kampf gegen die Kriminalität dahinter? Soll die Vorratsdatenspeicherung wieder zurückkommen? Wie sensibel sind Sie im täglichen Umgang mit Ihren persönlichen Daten und was unternehmen Sie konkret, um sich zu schützen? (jaz, 23.6.2015)

Schwerpunktausgabe "Der überwachte Bürger"

Von Snowden und dem NSA-Skandal, der inzwischen auch Spuren in Österreich zeigt, über Datenschutz und Überwachung bis zur Frage nach der persönlichen Freiheit nimmt sich die neue STANDARD Schwerpunktausgabe "Die überwachten Bürger" am 27. Juni eines akuten Problems unserer Gesellschaft an.

  • Wie beobachtet fühlen Sie sich?
    foto: apa/georg hochmuth

    Wie beobachtet fühlen Sie sich?

  • "Die überwachten Bürger", STANDARD-Schwerpunktausgabe am 27. Juni.
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    "Die überwachten Bürger", STANDARD-Schwerpunktausgabe am 27. Juni.

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