Protest gegen Flüchtlingspolitik – ohne exhumierte Leichen

Ansichtssache22. Juni 2015, 20:54
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Von Künstlerkollektiv angeführte Demonstranten überwanden Zaun und gruben über 100 Gräber vor dem Reichstag

Berlin/Wien – Über 5.000 Menschen zogen am Sonntag in der deutschen Hauptstadt Berlin auf das Bundeskanzleramt, um gegen die Flüchtlingspolitik an den EU-Außengrenzen zu protestieren. Für Aufsehen sorgten die Veranstalter, das Künstlerkollektiv "Zentrum für Politische Schönheit", schon im Vorfeld ihres "Marsches der Entschlossenen". Sie planten, den Untertitel der Veranstaltung, "Die Toten kommen", wörtlich umzusetzen und exhumierte Leichen von im Mittelmeer verstorbenen Flüchtlingen mitzubringen. Am Samstag verbot die Berliner Polizei dieses Vorhaben und kontrollierte vor Beginn des Marsches alle Fahrzeuge, Särge und ähnliche verdächtige Behältnisse. Auf Leichen stießen die Beamten tatsächlich nicht.

Nachdem gegen 16 Uhr einige Teilnehmer kurz vor dem Ziel des Protestzugs einen Bauzaun zur Wiese vor dem nahen Bundestag niederstoßen und überwinden konnten, drang ein Großteil der Demonstranten auf die Grünfläche vor. Viele begannen symbolische Gräber auszuheben und mit Blumen und beschrifteten Kreuzen zu schmücken. "Grenzen töten", stand auf manchen, "Endstation Mittelmeer" auf anderen.

Mehr als 100 Gräber waren bis zum Abend mit Schaufeln, Alltagsgegenständen oder bloßen Händen geschaufelt worden, berichten deutsche Medien. Laut Angaben der Polizei gab es mehrere Festnahmen, vor allem wegen Landfriedensbruch, Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung. Auch in Wien wurde vor dem Parlament an der Aktion teilgenommen. (red, derStandard.at, 22.6.2015)

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