Deutscher Journalisten-Verband gegen Auslieferung von Mansour

22. Juni 2015, 10:16
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Vorsitzender Konken: Al-Jazeera-Reporter droht in Ägypten Todesstrafe

Berlin/Wien – Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) hält eine Auslieferung des in Berlin festgenommenen Al-Jazeera-Journalisten Ahmad Mansour an Kairo für ausgeschlossen. Zum einen sei fraglich, ob das Verfahren gegen ihn in Ägypten nach fairen rechtsstaatlichen Regeln zustande gekommen ist, sagte der DJV-Vorsitzende Michael Konken dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Montag-Ausgabe).

Zudem müsse Mansour in seiner Heimat die Todesstrafe befürchten. "Schon allein deswegen darf Deutschland den angesehenen Journalisten nicht ausliefern." Die Berliner Justizbehörden und die deutsche Bundesregierung müssten jetzt schnellstens klären, auf welcher Grundlage Mansour festgenommen wurde.

Mansour war am Samstag am Flughafen Berlin-Tegel festgenommen worden, als er nach Doha in Katar fliegen wollte. Laut Deutschlands Bundespolizei lag ein internationaler Haftbefehl gegen ihn vor, der vom Bundeskriminalamt ins System eingestellt worden sei.

Mansour selbst bestreitet, dass es einen von Interpol weitergeleiteten internationalen Haftbefehl gebe. Er gehört zu den bekanntesten TV-Journalisten der arabischen Welt. Ein Strafgericht in Kairo hatte ihn 2014 in Abwesenheit zu 15 Jahren Haft verurteilt, weil er im Frühjahr 2011 an der Folter eines Anwalts in Kairo beteiligt gewesen sein soll, was dieser vehement bestreitet.

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