Klarer Zusammenhang zwischen Rauchen und Prostatakrebs

22. Juni 2015, 09:48
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Das Risiko, nach Entfernung der Prostata erneut an Prostatakrebs zu erkranken, ist bei Rauchern doppelt so hoch

Rauchen ist bekannt als Risikofaktor für die Entstehung zahlreicher Tumore. Was den Zusammenhang von Rauchen und Prostatakarzinom betrifft, zeigten bisherige Studien jedoch widersprüchliche Resultate. Eine internationale Studie unter der Leitung von Med-Uni Wien und Universitätsspital Basel belegt nun erstmals einen deutlichen Zusammenhang. Sie ist in "European Urology", dem weltweit führenden Fachjournal im Bereich Urologie und Nephrologie, erschienen.

Risiko doppelt so hoch

Die Forscher fanden heraus, dass Raucher und Exraucher nach einer Entfernung der Prostata wegen eines Prostatakarzinoms gegenüber Nichtrauchern ein deutlich höheres, nämlich doppelt so hohes Risiko haben, erneut an Prostatakrebs (biochemisches Rezidiv; BCR) zu erkranken.

"Die Ergebnisse unserer Studie unterstreichen, dass es wichtig ist, an einem Prostatakarzinom Erkrankte hinsichtlich der negativen Einflüsse des Rauchens zu informieren", so Shahrokh F. Shariat, Leiter der Universitätsklinik für Urologie der Med-Uni Wien, der die wegweisende Studie gemeinsam mit Malte Rieken, Universitätsklinik für Urologie des Universitätsspitals Basel, erstellte.

Rauchstopp immer sinnvoll

Spätestens nach zehn Jahren ab Rauchstopp scheinen gemäß den Studienergebnissen die negativen Einflüsse des Rauchens auf das Risiko eines biochemischen Rezidivs allerdings ausgeglichen zu sein. Shariat empfiehlt deshalb: "Es ist nie zu spät, mit dem Rauchen aufzuhören. Im Gegenteil. Wie unsere Studie zeigt, ist eine Entwöhnung auch dann sinnvoll, wenn man bereits an einem Prostatakarzinom erkrankt ist."

Für die vorliegende Studie wurden die Daten von sechs internationalen Krebsforschungszentren zusammengeführt. Die Studienpopulation bestand aus 7.191 Patienten, deren Prostata in den Jahren 2000 bis 2011 entfernt wurde (radikale Prostatektomie; RP). Keiner der Patienten hatte eine präoperative Strahlen-, Hormon- oder Chemotherapie erhalten. Ausgeschlossen wurden weiters Patienten mit bekannter Metastasierung zum Zeitpunkt der Diagnose. Zur Auswertung der Daten kamen mehrere statistische Verfahren zum Einsatz.

Zusammenhang ungeklärt

Nach wie vor wissenschaftlich ungeklärt ist allerdings, ob und inwieweit Rauchen mit der Entwicklung eines Prostatakarzinoms in Verbindung steht. Ältere Studien sehen hier einen deutlichen Zusammenhang, während aktuelle Studien das Gegenteil nahelegen.

Erwiesen ist jedoch, dass Rauchen das Risiko erhöht, an Prostatakrebs zu versterben. Shariat: "Viele Fragen im Zusammenhang von Prostatakrebs und Rauchen sind nach wie vor ein Rätsel. Weitere Studien sind deshalb erforderlich, um befriedigende Antworten zu finden." (red, 22.6.2015)

  • Selbst dann, wenn die Prostata bereits erkrankt ist, zeigt ein Rauchstopp positive Effekte.
    foto: apa/dpa/tobias hase

    Selbst dann, wenn die Prostata bereits erkrankt ist, zeigt ein Rauchstopp positive Effekte.

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