"Tatort: Der Inder" von Niki Stein: Top oder Flop?

Ansichtssache21. Juni 2015, 19:15
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Zum Inhalt: Der ehemalige Staatssekretär Dr. Jürgen Dillinger (Robert Schupp) wollte joggen gehen, als er gezielt erschossen wird. Dillinger hatte kurz zuvor in dem Untersuchungsausschuss ausgesagt, der einem Bauskandal im Umkreis von Stuttgart 21 nachgeht, und so richtet sich die Aufmerksamkeit von Thorsten Lannert (Richy Müller) und Sebastian Bootz (Felix Klare) auf die Protagonisten im Immobiliendeal "Gleisdreieck". Der ehrgeizige Architekt Busso von Mayer (Thomas Thieme) hatte auf dem Stuttgart-21-Gelände mithilfe eines indischen Investors (Prashant Jaiswal) ein visionäres Bauprojekt geplant.

foto: orf/ard/alexander kluge

Wegen einer Demo gegen Stuttgart 21 steht Thorsten Lannert (Richy Müller) im Stau. Fahren tut er allerdings sowieso nicht selber, wie Christian Schachinger im "TV-Tagebuch" berichtet: "Hauptkommissar Thorsten Lannert (Richy Müller) fährt eigentlich immer nur mit – was sich in einer gewissen Leblosigkeit im Gesicht wie auch im gesamten restlichen Bewegungsapparat ausdrückt. Müller, der in den 1980er-Jahren im deutschen Film so etwas wie der Martin Semmelrogge ohne Haftbefehle war, ist im Privatleben übrigens ein begeisterter Rennfahrer mit C-Lizenz. Er schwört auf Porsche. Da soll sich einer auskennen."

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"Die Detailanalyse lohnt diesmal besonders, denn in der labyrinthischen Erzählung verliert man leicht den Überblick. Vor- und Rückblenden, moralische Grauzonen, schwer zu entwirrende Interessenknäuel: Regisseur Stein stellt den Zuschauer auf eine harte Probe", sagt Christian Buß von Spiegel.de.

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Oliver Jungen ("Frankfurter Allgemeine") zeigt sich begeistert: "Niki Stein springt in der Dramaturgie so behende und kunstvoll durch die Zeitebenen und Nebenstränge, dass es eine Freude ist, denn nichts wirkt spannender als komplette Verwirrung, die sich irgendwann (halbwegs) auflöst. Die durchdachte Kamera von Stefan Sommer tut ein Übriges, um diesen Eindruck zu bestärken: Oft ist sie nah dran, allzu nah, dann wieder wieselt sie tief unten durch die Handlung hindurch, nie aber gewährt sie Überblick."

Jetzt sind Sie an der Reihe: Top oder Flop? (red, 21.6.2015)

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