Mansour bleibt in Gewahrsam – Auslieferung nach Ägypten wird geprüft

21. Juni 2015, 16:56
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Mansour wurde den Angaben seines Anwaltsteams zufolge in die Justizvollzugsanstalt Moabit gebracht

Berlin – Der prominente ägyptische TV-Journalist Ahmad Mansour bleibt nach Angaben seines Anwaltes zunächst in deutschem Polizeigewahrsam. Aus Ägypten lägen den deutschen Behörden eine Fahndungsnotiz sowie ein Auslieferungsbegehren vor, sagte Mansours Berliner Anwalt Fazli Altin am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Diese würden nun geprüft, der Journalist deshalb festgehalten.

Bei einem Haftprüfungstermin an diesem Montag werde voraussichtlich über das weitere Vorgehen entschieden. Mansour wurde den Angaben seines Anwaltsteams zufolge in die Justizvollzugsanstalt Moabit gebracht.

Nach Darstellung Altins gibt es keinen von Interpol an die Polizeibehörden der Mitgliedsländer weitergeleiteten internationalen Haftbefehl gegen Mansour. Bereits im Oktober 2014 habe die internationale Polizeiorganisation die Weitergabe entsprechender Anforderungen aus Ägypten verweigert und dies dem Journalisten auch mitgeteilt.

Mansour selbst hatte auf der Internetseite des TV-Sender Al-Jazeera versichert, dass es keine Grundlage für eine Festnahme außerhalb Ägyptens gebe. Der entsprechende Antrag der ägyptischen Behörden sei nicht übernommen worden. Ein Strafgericht in Kairo hatte ihn 2014 in Abwesenheit zu 15 Jahren Haft verurteilt, weil er im Frühjahr 2011 an der Folter eines Anwalts in Kairo beteiligt gewesen sein soll. (APA, 21.6.2015)

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