Warum Alexis Tsipras nicht nachgeben darf

Video21. Juni 2015, 17:00
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Griechenland kann nur Vorschlägen zustimmen, die zumindest eine leise Entspannung der ökonomischen Krise versprechen

derstandard.at/misik

Wer erpresst wen? Wer wird gewinnen? Wer muss in die Knie gehen? Ist Alexis Tsipras stur? Oder doch die Eurogruppe? So geht der Spin dieser Tage. Aber kaum jemand fragt: Was ist eigentlich der Kern der Vorschläge, die auf dem Tisch liegen?

Sieht man sich Inhalte und Folgen der möglichen Abkommen an, dann sieht die Sache leider sehr viel anders aus: Dann ist ein Kompromiss zwischen den Vorschlägen der "Eurogruppe" – de facto des dieses Gremium diktierenden deutschen Finanzministers – und der Tsipras-Regierung schwer möglich, da es nur zwischen divergierenden, aber im Kern vernünftigen Ideen Kompromisse geben kann. Kompromisse zwischen Vernunft und grobem Unfug dagegen sind nicht möglich.

Griechenland kann aber nur Vorschlägen zustimmen, die zumindest eine leise Entspannung der ökonomischen Krise versprechen. Alles, was seitens der Eurogruppe bisher auf dem Tisch liegt, würde den Schrecken ohne Ende prolongieren und garantieren, dass wir in drei oder sechs Monaten vor der gleichen Notlage stünden.

Deshalb darf Alexis Tsipras nicht nachgeben, und deshalb wird er auch nicht "einknicken". (Robert Misik, 21.6.2015)

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