Psychodelisch: Wie Googles künstliches Gehirn die Welt sieht

21. Juni 2015, 15:01
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Das neuronale Netzwerk analysiert Bilder und erkennt Strukturen im Nichts – eine Ansichtssache

Wie sieht künstliche Intelligenz? Wissenschafter versuchen schon lange – mittlerweile etwa in den Labors von Facebook, Google oder Microsoft – Computerprogrammen das Erkennen von Objekten beizubringen. Künstliche neuronale Netze lernen selbstständig mit und haben schon große Fortschritte gemacht. Nicht immer ist den Forschern allerdings selbst klar, wie das "Sehen" der von ihnen "betreuten" künstlichen Intelligenz im Detail funktioniert.

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Mehrere Ebenen

Grob vereinfacht lässt sich sagen, dass zwischen dem ersten Betrachten des Bildes und der vermeintlichen Identifikation mehrere Ebenen durchlaufen werden: Zuerst sucht das Programm das Bild nach Ecken, Kanten und anderen Formen ab, dann versucht es, die Objekte eindeutiger zuzuordnen.

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Google hat nun in einem ausführlichen Blogbeitrag Experimente mit benutzten neuronalen Netzen veröffentlicht – die Ergebnisse sind psychodelisch und faszinierend.

Besser als menschliches Auge

Zu künstlerischer Hochform läuft die Maschine auf, wenn man von ihr das Erkennen von Objekten dort verlangt, wo für das menschliche Auge gar keine zu erkennen sind. Beispielsweise in Wolkenformen: Dort sieht Googles AI plötzlich einen "Kamelvogel", eine "Schweineschnecke" und den "Hundefisch".

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Dasselbe gilt für Bäume, den Horizont oder Blätter:

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Noch faszinierender wird es, wenn man die Maschine mit "weißem Rauschen", also Bildern ohne jedwede für Menschen sichtbare Strukturen füttert. So sehen wohl "Träume" von künstlicher Intelligenz aus, schreibt Google in einem Blogbeitrag:

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Das Experiment hat Google jedenfalls weitergeholfen, künstliche Intelligenz zu verstehen – und liefert nebenbei eine ebenso aufrüttelnde wie faszinierende Darstellung von Autonomie, die Software schon innehat. (fsc, 21.6.2015)

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