Buslenker wegen rosa Haarband gekündigt

20. Juni 2015, 11:30
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Aussehen untergrub laut Gerichtsentscheid "Wirkung der Uniform"

Linz – Ein Linzer Buslenker hat wegen seines rosa Haarbandes den Job verloren. Der Mann soll sich zuvor geweigert haben, das zusammengelegte Tuch zu entfernen. Als Vorgesetzte bei einer Haltestelle zustiegen, erfolgte die Suspendierung, letztlich auch die Kündigung. Das Gericht gab dem Arbeitgeber Recht: Das Accessoire untergrabe die Wirkung der Uniform, berichtete der "Kurier" in seiner Samstag-Ausgabe.

Bisher hatte der 35-jährige Angestellte der Linz Linien GmbH immer ein schwarzes Band im Haar getragen, um die gelockte Mähne im Zaum zu halten. Im August des Vorjahres tauschte er dieses gegen ein rosa Tuch, welches er zusammengefaltet hatte.

Vor der Judikatur zog er den Kürzeren. Das Arbeits- und Sozialgericht entschied auf ein berechtigtes "betriebliches Interesse", dass er seinen "Dienst nicht mit einem derart auffälligen Haarband" verrichten dürfe. Das untergrabe die Wirkung der Uniform, die Autorität ausstrahlen solle. Deshalb hätte er sich nicht "beharrlich" gegen die Weisungen sträuben dürfen. Auch beim Oberlandesgericht Linz blitzte er mit seiner Berufung ab.

Die Anwältin des gekündigten Buslenkers sah im Verbot einen Eingriff in die Persönlichkeitsrechte des 35-Jährigen. Außerdem verletze es den Gleichbehandlungsgrundsatz, denn Frauen seien Haarbänder erlaubt.

Für die Linz Linien ist der Fall "arbeitsrechtlich durchgefochten". Das auffällige Haarband hätte "nicht zum Gesamterscheinungsbild" gepasst. Hätte sich der Fahrer nicht beharrlich geweigert es abzunehmen, sei es nie so weit gekommen. (APA, 20.6.2015)

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