Gute Woche – Schlechte Woche: Demokratie, Schnee und Hydranten

20. Juni 2015, 12:00
2 Postings

Gute Woche

Im Wesentlichen hofft jede Generation, dass sie die letzte sein wird. Wir alle wissen: Etwas Besseres kommt nicht nach. Deshalb bringen speziell alte weiße Männer viel Unheil über die Welt. Sie wissen, dass sie bald nicht mehr da sein werden. Davor aber raffen sie trotz der Gewissheit, in den Tod nichts mitnehmen zu können, noch alles an sich, was sie kriegen können: Reichtum, Ruhm – vor allem Macht. Begründet wird das damit, Gutes zu tun. Alfred Gusenbauer will die Demokratie nach Kasachstan bringen, Gerhard Schröder will das auch.

foto: imago


Letzterer unterstützt aber auch Russland beim Versuch, Europa mittels Gaslieferungen vor dem Kältetod zu bewahren.

foto: reuters/hanschke

ÖSV-Chef Peter Schröcksnadel will, dass es dem Skisport gutgeht. Den meisten Leuten ist das leider egal. Wieder eine gute Woche für alte weiße Männer.

Schlechte Woche

Jemand hat diese Woche eine kluge Bemerkung gemacht: Wenn man einen Feuerwehrhydranten blau anmalen würde, würden diesen die Leute auch wählen. Vermutlich hat er recht. Daraus lernen wir, dass nicht die Demokratie zurzeit schlechte Zeiten erlebt, sondern dass es den Leuten, die demokratisch wählen gehen, mitunter nicht so gutgeht. Dafür geht es dem Personal nebenan in der "guten Woche" ja so gut!

Speziell Skirennläuferin Anna Fenninger kann davon ein Lied von Wolfgang Ambros singen: "Fürchterlich, wia manche sogn / Überhaupt ned zum ertrogn / Dreckig, stingat und doch schee – De Woaheit is so weiß wia Schnee!"

foto: apa/bott

Wolfgang Ambros spielte letzte Woche als gebuchte Lachnummer eine Mitternachtseinlage beim Festival Nova Rock in Nickelsdorf. Es war ein Auftritt in Würde. Schlechtes hat auch sein Gutes.

Share if you care.