Genf: Friedensgespräche für Jemen ohne Einigung beendet

19. Juni 2015, 19:06
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Vorerst kein Termin für zweite Verhandlungsrunde – UNO sieht Hilfsbedarf von 1,4 Milliarden Euro

Genf – Die Genfer Friedensgespräche für den Jemen sind nach Angaben des Außenministers der jemenitischen Exil-Regierung, Riad Yassin, ergebnislos zu Ende gegangen. Seine Delegation sei "voller Hoffnung" zu den Gesprächen unter UN-Vermittlung angereist, sagte Yassin am Freitag vor Journalisten in Genf.

Die Delegation der Houthi-Rebellen habe es jedoch "leider nicht ermöglicht", bei den Gesprächen "echte Fortschritte" zu erzielen. Die Bemühungen um eine Verhandlungslösung sollten aber fortgesetzt werden, selbst wenn es kein Datum für weitere Gespräche gebe.

Waffenstillstand

Der UN-Sondergesandte Ismail Ould Cheikh Ahmed äußerte sich optimistisch, dass eine Vereinbarung über einen Waffenstillstand "schon bald" erreicht werden kann. Prinzipiell sähen beide Seiten die Notwendigkeit. Die Tür für weitere Gespräche sei offen. Er hoffe, dass eine Waffenruhe noch vor einer weiteren Runde erreicht werde, sagte Ould Cheikh Ahmed.

In dem blutigen Konflikt zwischen den vom Iran unterstützten schiitischen Rebellen und den Kräften, die loyal zu dem nach Saudi-Arabien geflüchteten Präsidenten Abd Rabbu Mansour Hadi stehen, sind bereits mehr als 2600 Menschen getötet worden.

Die UNO erhöhte inzwischen die Schätzung für den Hilfsbedarf auf 1,6 Milliarden Dollar (gut 1,4 Milliarden Euro). Inzwischen seien vier Fünftel der Gesamtbevölkerung von 21 Millionen Menschen auf Hilfe von außen angewiesen, sagte der Sprecher des UN-Büros für die Koordinierung der humanitären Hilfe (Ocha), Jens Laerke, in Genf. Millionen Menschen hätten kein sauberes Wasser und erhielten keine Gesundheitsversorgung. Inzwischen breiteten sich Krankheiten wie das Dengue-Fieber und Malaria aus. (APA, 19.6.2015)

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